Die Frage, wer die Kalkulationen der Frankenwaldgruppe erstellen und ihre Satzungen überarbeiten soll, sorgte für Gesprächsstoff in der Verbandsversammlung. Eine Mitgliedschaft der FWG im kommunalen Prüfungsverband wurde weitgehend befürwortet. Das kostet der FWG 4500 Euro pro Jahr. Nur Gabriele Weber stimmte gegen diesen Beitrittsvorschlag des Vorsitzenden Jürgen Baumgärtner, weil in dieser Summe noch keine Leistungen enthalten sind. Die dafür anfallenden Kosten "sind nicht ohne", stellte sie klar.
Baumgärtner bestätigte diese Aussage, sah aber einen wertvollen Vorteil in der Mitgliedschaft: Die Akzeptanz des Ergebnisses - und dabei geht es um die Höhe des Wasserpreises - dürfte höher sein, als wenn ein Ingenieurbüro die Aufgabe übernähme. Karin Ritter sprach davon, dass der Prüfungsverband der "neutralste Partner" wäre.
Schwieriger gestaltete sich die Diskussion um die Prüfung und gegebenenfalls Überarbeitung der Verbandssatzungen, um sie auf einen aktuellen Stand zu bringen. Dies würde eine höhere Rechtssicherheit gewährleisten, wie Baumgärtner erläuterte. Hierzu würde der Vorsitzende neben der Möglichkeit, mit dem kommunalen Prüfungsverband zu arbeiten, gerne zusätzliche Angebote von externen Büros einholen lassen. Monika Barnickel pflichtete bei, dass die Satzungen tatsächlich überaltert seien.
"Es gibt doch für alles Mustersatzungen", wandte Gabriele Weber ein. Alles, was jetzt in Auftrag gegeben werde, schlage sich später im Wasserpreis nieder. Ein Satzungsbüro verursache erhebliche Kosten.
Gerhard Wunder meinte, im Rahmen seiner Mitgliedschaft könnte sich der Wasserversorger auch an den Bayerischen Gemeindetag wenden. Das sei ein kompetenter Ansprechpartner. Alle Satzungen auf den Prüfstand zu stellen, bedeute zudem unnötige Arbeit. Dem schloss sich Weber an. Man müsse nicht alles aufbauschen, "bloß weil man a bisserl was anpassen muss". Beim Vorsitzenden stießen sie damit auf wenig Verständnis. "Ich bin in der Frage, was man a bisserl anpassen muss, in den letzten Monaten gestählt worden", ging er auf seine Erfahrungen im Zweckverband ein. Als Beispiel brachte er später ins Gespräch, dass ihm von "gestandenen Kommunalprofis" nicht eingetragene Grunddienstbarkeiten als kein Problem dargestellt wurden. Doch genau deswegen stehe nun eine Leitungsverlegung für 40 000 Euro zur Debatte. Acht der 15 Versammlungsteilnehmer stimmten letztlich für ein zusätzliches Angebot, sieben dagegen.


Entscheidung vertagt

Aus formalen Gründen wurde der Beschluss über eine Weitergabe des um zehn Cent erhöhten Wasserpreises der FWO an die Gemeinden - nicht an die Bürger, wie betont wurde - nach ausgiebiger Diskussion vertagt.
Baumgärtner sicherte zu, dass die FWG 2017 in ruhigeres Fahrwasser kommen werde. Und er verprach: "Ich kann garantieren, dass die FWG in fünf Jahren saniert sein wird - auch wenn man es dem Vorsitzenden noch so schwer macht." mrm