Der runde Geburtstag einer der wichtigen Frauen in der jüngeren bayerischen Geschichte steht an: Am 1. Juli vor 150 Jahren wurde Ellen Ammann geboren. Sie hat den Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) in Bayern gegründet - mit 165 000 Mitgliedern der größte Frauenverband Bayerns und auch im Kreis Forchheim aktiv auf Diözesanebene und vor allem in den Zweigvereinen vor Ort.

KDFB-Frauen prägen in vielen Orten die Gemeinschaft, sind Garant für Solidarität und lebendige Gesellschaft über alle Generationen hinweg - von der Eltern-Kind-Gruppe bis zum Seniorennachmittag. Ellen Ammanns war eine der ersten Frauen im bayerischen Landtag - von 1919 bis zu ihrem Tod 1932. Sie hat durch ihr mutiges Eingreifen 1923 dazu beigetragen, dass der Hitlerputsch und Marsch auf die Feldherrnhalle in München scheiterte.

Ein großes Geburtstagsfest war zwar geplant, kann aber in diesem Jahr nicht stattfinden. Elfi Sesser aus Heroldsbach ist Mitglied des KDFB-Diözesanvorstand Bamberg und sagt über die Bedeutung von Ellen Amman: "Eine mutige Frau. Sie hat hingesehen, wahrgenommen und gehandelt. Sie lebte in einer für Frauen schwierigen Zeit. Sie hat wahrgenommen, wo es nötig war zu handeln, und hat mit vollem Einsatz ihre Hilfe gegeben. Es fasziniert mich, dass Ellen Ammann ganz klar Stellung bezieht, Hilfe zur Selbsthilfe anbietet und somit vielen Frauen zu einem selbstbestimmteren Leben verhilft." In der Region werde der KDFB mit Gottesdiensten ihrer gedenken. "Wir werden hinsehen, hinhören und unsere Stimme erheben, wenn Unrecht geschieht", erklärt Elfi Sesser. red