Hinter dem Rednerpult zog ein Banner mit der Aufschrift "Ick mach'n Abjang" die Blicke auf sich. Zur Versetzung von Polizeioberrat Stefan Haschke, der die Polizeiinspektion Bad Kissingen seit 14 Jahren leitet und zur Amtseinführung seines Nachfolgers, dem Ersten Polizeihauptkommissar Christian Pörtner, waren über 100 Gäste aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus in den Hof der Polizeiinspektion gekommen. Der Wechsel wird offiziell zum 1. Juli wirksam.

Der stellvertretende Leiter der Inspektion, Erster Polizeihauptkommissar Thomas Baumeister, hieß unter anderem die parlamentarische Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar (SPD), den Staatssekretär im Innenministerium und Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner (CSU), den Polizeipräsidenten des Polizeipräsidiums Unterfranken, Detlev Tolle, den stellvertretenden Landrat Emil Müller (CSU), zahlreiche Bürgermeister sowie Vertreter der Bundespolizei, der Bundeswehr und von Rettungsorganisationen willkommen.

Baumeister würdigte Stefan Haschke: "Wir nehmen Abschied von einem, der seinesgleichen in der Region sucht". Er habe große Menschenkenntnis, er habe Konflikte stets auf dem "kleinen Dienstweg" gelöst und immer ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter gehabt. "Ich freue mich sehr, dass nun kein Unbekannter die Geschicke der Polizeiinspektion Bad Kissingen leitet", begrüßte er Christian Pörtner, der am 1. Juli neuer Chef der Polizeiinspektion wird. Der 46-jährige war bereits von 2015 bis 2020 stellvertretender Inspektionsleiter in Bad Kissingen und ging danach als Inspektionsleiter nach Hammelburg.

14 Jahre Chef in Bad Kissingen

Sandro Kirchner überreichte Stefan Haschke die Urkunde, mit der er nach 42 Jahren Polizeidienst zum 1. Juli in den Ruhestand versetzt wird. Er kam 1980 von Berlin nach Bayern und begann am 1. Oktober 1980 seine Ausbildung bei der Polizei des Freistaates. Stationen waren unter anderem Bad Neustadt, Schweinfurt und das Polizeipräsidium Unterfranken. Seit 14 Jahren leitet er nun die Polizeiinspektion in der Kurstadt. Zum Beispiel habe er zusammen mit seiner Mannschaft bei Großveranstaltungen für Sicherheit gesorgt. "Bei uns ist es sehr sicher" sagte Kirchner und dankte dem scheidenden Polizeichef im Namen der Regierung des Freistaates.

Der Staatssekretär überreichte dem neuen Inspektionsleiter Christian Pörtner die von Polizeipräsident Detlev Tolle unterschriebene Ernennungsurkunde. "Ich bin sicher, dass die Polizeiinspektion Bad Kissingen bei Ihnen in guten Händen ist" hob er hervor. Der 46-jährige begann seinen Dienst 1994 bei der Bereitschaftspolizei Würzburg. Stationen waren die Autobahnpolizei in Bad Kissingen-Oberthulba, Schweinfurt, das Polizeipräsidium Unterfranken, Bad Kissingen, Hammelburg, und nun wieder Bad Kissingen.

Rentnerausweise überreicht

Polizeipräsident Detlev Tolle lobte den scheidenden Inspektionsleiter Stefan Haschke als "Meister der Konfliktlösung für alles" mit einem extrem langen Geduldsfaden. Für seine Zeit als Pensionär überreichte er ihm symbolisch einen Rentnerausweis. Der stellvertretende Landrat Emil Müller, der auch im Namen der anwesenden Bürgermeister, des Roten Kreuzes und des technischen Hilfswerks am Rednerpult stand, betonte: "Sie haben viele Probleme gelöst, bevor sie überhaupt entstanden" und "mit Ihnen geht ein Polizeichef, dem wir noch lange nachtrauern werden". Er überreichte dem aus Berlin Gekommenen eine Einbürgerungsurkunde als "Franke honoris causa".

Kein Unbekannter

Auch den neuen Inspektionsleiter kennt Müller gut: "Ich habe Sie getraut, die Ehe hat bis heute gehalten. Ich freue mich, dass die Polizeiinspektion wieder in bewährte Hände kommt".

Kreis- und Stadtbrandinspektor Harald Albert, der ebenfalls für gute Zusammenarbeit dankte, überreichte das Ehrenzeichen in Silber der Feuerwehr Bad Kissingen und einen Ehrenkrug.

In seiner Abschiedsrede erinnerte Haschke daran, dass während seiner Amtszeit im Jahr 2017 die größte Demonstration, die jemals im Landkreis gab, stattfand. Er meinte damit die Proteste gegen den Nationalpark. In Erinnerung geblieben sind ihm auch zwei Besuche der Bundeskanzlerin oder die erfolgreiche Suche nach einem Feuerteufel mithilfe einer Überwachungskamera.

Christian Pörtner erinnerte an die symbolischen Geschenke, die er bei seinem Abschied aus Bad Kissingen vor 28 Monaten bekommen hatte: eine Karriereleiter und einen Bumerang. Nun ist er auf der Leiter hochgestiegen und zurückgekommen. "Ich freue mich auf ein vertrauensvolles Verhältnis und angenehme Zusammenarbeit", hob er hervor.