Sebastian Martin

Es war gegen drei Uhr morgens, als es einen dumpfen Schlag tut - ein Klirren ist zu hören. Manfred Modschiedler, Inhaber des Löwenbräu-Kellers in Buttenheim, erzählt, wie seine Frau in der Nacht vom 23. Mai ihn auf ihre Wahrnehmung aufmerksam macht: Ein Einbrecher ist im Haus - er muss eines der Fenster eingeworfen haben. Die Familie wohnt direkt im Gebäude. Sofort ruft Modschiedler die Polizei und bleibt mit seiner Frau in der Wohnung. "Die waren in zehn Minuten da", schildert der Wirt. Innerhalb kurzer Zeit umstellen Beamten der Polizei Bamberg-Land mit Kollegen aus der Stadt, der Verkehrspolizei und dem Hundeführer der sogenannten Operativen Ergänzungsdienste (OED) das Gebäude.
In der Zeit durchsuchte ein 38 Jahre alter gebürtiger Thüringer die Schubladen im Schankraum. Er bricht eine Schublade auf und packt die gefundenen Geldscheine ein. Hastig, wie die Fahnder später feststellen werden. Zu dem Zeitpunkt sind die Beamten bereits in Stellung.
Dies bemerkt der Täter, versucht noch zu fliehen, bricht dabei auch die Tür zur Wohnung der Inhaberfamilie auf. Modschiedler und seine Frau sind da längst draußen bei der Polizei. Der Fluchtversuch des Mannes misslingt - die Beamten nehmen den Einbrecher fest. Die Kripo sichert im Anschluss die Spuren.
Es stellt sich heraus, dass der Einbrecher in derselben Nacht des 23. Mai vor dem Einbruch in den Keller im wenige hundert Meter entfernten Vereinsheim des SV Phoenix Buttenheim zugange war. Dort ging er laut der Ermittlungsgruppe der Polizei Bamberg-Land ähnlich brutal vor: Er warf einen Gullydeckel in die Scheibe, dadurch wurde die Kegelbahn im Vereinsheim massiv beschädigt. Eine Glastür zur Gaststube, die abgeschlossen war, schmiss der Täter mit den Kugeln der Kegelbahn ein. Geld fand er laut Polizei keines, doch der Sachschaden sei immens: Es soll sich um mehrere tausend Euro handeln.
Auch am Löwenbräu-Keller ist der Schaden hoch. Manfred Modschiedler sagt, er habe noch keinen Kostenvoranschlag anfertigen lassen - rechnet aber mit mehreren tausend Euro Reparaturkosten. Den Keller hat er am nächsten Tag sofort wieder aufgemacht. Wäre der Täter eine Stunde später dran gewesen, wäre er ihm wohl in die Arme gerannt: Modschiedler beginnt bereits frühmorgens mit der Arbeit. So lobt ihn Albert Häfner, Chef der Polizei Bamberg-Land: "Er hat genau richtig gehandelt: Er hat nicht versucht, den Täter zu vertreiben, sondern hat sofort den Notruf gewählt." Mustergültig: Häfner verweist auch an die Beratungsstelle der Polizei. Dort bekomme man Infos, wie man sein Heim schützen kann.
Nach Untersuchungen der Ermittlungsgruppe der Polizei Bamberg-Land wird deutlich: Der Mann saß schon einmal im Gefängnis und kam erst vor kurzem frei. Er sei polizeibekannt.
"Der Richter hat Haftbefehl beantragt", sagt Roland Kühhorn, Leiter der Ermittlungsgruppe. Man prüfe noch, ob der Mann für weitere Taten verantwortlich sein könnte.