Wie geht es weiter mit den Wasserversorgungsanlagen der Gemeinde Leutenbach , von denen keine für sich genommen als Einzelanlage überlebensfähig erscheint? Dies war die Frage während der Gemeinderatssitzung, die Ingenieur Alexander Dürrschmidt vom gleichnamigen Nürnberger Planungsbüro nach Ausarbeitung einer Expertise beantworten konnte.

Um noch 50 Prozent Fördermittel des Freistaats Bayern bekommen zu können, drängt vielleicht die Zeit, denn Ende 2021 läuft das Programm "RZWas 2018" aus. Ob die Förderperiode bis 2024 verlängert wird, ist noch nicht sicher.

Das Wichtigste ist zunächst eine Vernetzung der Wasserversorgungsanlagen von Leutenbach mit der von Mittel- und Oberehrenbach mit der Option, den Wasserbeschaffungsverband Dietzhof mit dessen Quelle mit einzubeziehen. Also letztendlich soll einneuer Wasserzweckverband geschaffen werden, der aus den bisher drei selbstständigen Wasserversorgungsanlagen besteht. Erster Schritt muss daher der Bau einer Verbindungsleitung sein. Dazu hat Dürrschmidt zwei Trassenverläufe untersucht: eine obere und kürzere Variante entlang der asphaltierten Straße, eine etwas längere im Tal. Beide Varianten sind mit rund 430 000 Euro in etwa gleich teuer. Dürrschmidt plädiert für die Trasse im Tal, weil man sich dann ein Pumpwerkhaus sparen könnte und nur ein dann etwas größeres mit zwei Pumpen bräuchte. Das spart später Energie- und Wartungskosten.

Mittel- und Oberehrenbach haben schon jetzt zu bestimmten Jahreszeiten Probleme mit der Quellschüttung und manchmal nicht genügend Wasser, um den mittleren Tagesbedarf zu decken. Autowaschen oder Gartengießen müssen da manchmal schon eingeschränkt werden. Schließt man nun die Wasserversorgung mit der von Leutenbach zusammen und bindet auch noch Dietzhof mit an, gibt es laut den Berechnungen von Dürrschmidt für keine der Ortschaften mehr Probleme, den mittleren Tagesbedarf aller Haushalte mit Trinkwasser zu decken. "Dann sind wir überall im grünen Bereich und es gibt noch eine Förderung von 50 Prozent der förderfähigen Baukosten", sagte Dürrschmidt.

Der Ingenieur betonte, dass man genug Optionen habe, um die Wasserversorgung mindestens für die nächsten 50 Jahre in der Gemeinde Leutenbach sicherzustellen. Für die Verbindungsleitung könne man bereits Ende dieses Jahres in die Ausschreibung gehen, um dann im Frühjahr mit dem Bau zu beginnen.

Der zweite Schritt müsste dann die Optimierung der Wassergewinnung sein. Mit der Verbindungsleitung, dem Pumpwerk in Leutenbach, der Verbesserung des Pumpwerks für Mittel- und Oberehrenbach, dem Stromanschluss und den Ingenieurleistungen rechnet Dürrschmidt mit Gesamtnettokosten von rund 795  000 Euro. 660 000 Euro davon sind zuschussfähig.

Der Anschluss von Dietzhof ist nicht förderfähig und kostet rund 150 000 Euro. Dürrschmidt kalkuliert, dass für die Gemeinde dann ein Betrag von rund 365 000 Euro übrig bleibt - beziehungsweise die Wasserkunden, weil die Trinkwasserversorgung eine kostendeckende Einrichtung sein muss. Laut Igor Lamprecht hat der Wasserbeschaffungsverband Dietzhof seine Hausaufgaben bereits gemacht. "Für Dietzhof sehen wir die Verbindungsleitung als wichtig an", betonte Lamprecht. Einstimmig beschloss der Rat, den Ingenieur mit den weiteren Planungen unter Einbeziehung von Dietzhof zu beauftragen.