Es ist gar nicht so leicht zu erklären, um was es sich bei dem Projekt "Vesperkirche" handelt. Dekan Andreas Kleefeld versuchte es am Samstag vor der Morizkirche wie folgt: "Wir werden unsere helle Freude erleben!" Denn: "Die Vesperkirche wird dem Frieden in der Stadt dienen, die Gesellschaft stärken und den Zusammenhalt fördern." Der Dekan sprach deshalb auch schon mal eine Einladung aus: "Kommt zu Gottes Fest!"

Stefan Kornherr, der dem Organisatorenteam angehört, sprach von einer "echten Gemeinschaftsaktion". Ziel sei es, dass im März 2022 in der Morizkirche ein richtiges "Getümmel" entstehe. Zum Programm, das es in den zwei Wochen der "Vesperkirche" gibt, gehöre außer Essen auch viel Kultur, Musik sowie sogar die Möglichkeit, sich die Haare frisieren zu lassen. Kornherr erklärte das damit, dass die Veranstaltung gut "für Leib und Seele" sein soll.

Weitere Helfer gesucht

Bei der Auftaktveranstaltung am Samstag, die sozusagen einen Vorgeschmack geben sollte, kamen noch weitere Organisatoren zu Wort. "Die Kirche wird zu einem himmlischen Restaurant", sagte etwa Christina Hauptmann und ergänzte: "Die Kirche kann auf viele Wege ein Ort der Begegnung sein." Wichtig: Auch Menschen, die vielleicht gar nicht religiös sind, könnten bei der "Vesperkirche" den "Zauber der Morizkirche" erleben.

In eine ähnliche Richtung gingen die Erläuterungen von Pfarrerin Silke Kirchberger: "Die Vesperkirche ist ein Projekt, bei dem wir die Kirche zu einem belebten Ort machen, an dem sich Menschen treffen." Es gehe um "Gemeinschaft, Begegnung und Kultur".

Veit Röger, Pfarrer in St. Johannes auf der Hut, weist darauf hin, dass sich der Wunsch von "Gemeinschaft" auch auf das Organisatorenteam beziehe. Viele würden schon mitmachen, zum Beispiel auch Kirchengemeinden aus dem Landkreis sowie die Diakonie, doch es würden noch weitere ehrenamtliche Helfer gesucht.

Vielleicht ist ja bereits während der Auftaktveranstaltung der eine oder die andere "auf den Geschmack" gekommen, das Projekt weiter voranzutreiben. Zumindest bewiesen die Organisatoren schon einmal, wie kreativ sie sind: An die Gäste wurden - als "Vorgeschmack auf die Vesperkirche" - Äpfel und Laugengebäck verteilt. Ein symbolischer Startschuss erfolgte mit Hilfe umgebauter Papprollen, aus denen auf Kommando viele kleine Anstecker herausgeflogen kamen. Auf den Ansteckern sind das Logo und der Termin der Vesperkirche vermerkt. Gabriele Lerke-Neidhardt verteilte außerdem Postkarten mit dem Aufdruck: "We can Vesperkirche!" mst