"Schneller, schneller", feuern zwei Mädchen ihre Oma auf dem neuen Sitzrad am Seniorenbewegungsplatz in Pretzfeld an. Einige Großeltern sind mit ihren Enkeln gekommen, um die neuen Geräte auszuprobieren.

Rosi Grodd macht das Treten Spaß, und auch ihr Mann Karl-Ludwig findet Gefallen am Stepper. Sie finden es gut, dass es einen gemeinsamen Bewegungsplatz für Große und Kleine gibt.

Nach den Großeltern versuchen sich auch die Kinder an den Geräten, obwohl diese erst ab einem Alter von 13 Jahren genutzt werden sollen. Die Geräte stehen am Spielplatz Altreuth - und der ist eigentlich nur für Kinder bis 14 Jahre erlaubt ...

Widersprüchliche Beschilderung

"Stimmt, das ist momentan ein Widerspruch. Da kollidiert die Beschilderung mit den Geräten. Wir wollen hier deshalb ein neues Schild anbringen", erklärt Bürgermeister Steffen Lipfert.

Der Spiel- und Bewegungsplatz liegt günstig am Wanderweg und kann von Bürgern aus Altreuth ebenso gut erreicht werden wie von Bürgern aus Pretzfeld. "Und es werden Generationen einbezogen", meint die Jugendbeauftragte Tanja Dvorak.

Der Seniorenbewegungsplatz entstand aufgrund eines Antrags auf Förderung der Wählergemeinschaft Pretzfeld-Altreuth (WPA) beim Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILE) "Fränkische Schweiz aktiv". Der Vorsitzende der WPA, Walther Metzner, sagt dazu: "Wir waren Projektträger und Partner der ILE. Die Arbeitsleistung ging über uns, und wir haben die Abrechnung gemacht."

Christian Stemper, Mitglied der WPA, war Koordinator, Planer und Ansprechpartner für die Gemeinde. "Die Bewegungsgeräte haben wir aufgrund der Vorschläge der Seniorenbeauftragten ausgesucht", erklärt er und muss zugeben, dass das Sit-Up-Gerät ein wenig vom Konzept abweicht, aber die Geräte soll jeder nutzen können. Kinder finden diese besonders interessant. "Aber ich sehe auch viele Senioren auf den Geräten, wenn ich hier vorbeifahre", sagt Stemper und erläutert, dass es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der WPA, der Vereine, der Senioren- und der Jugendbeauftragten sowie der Gemeinde handele. Der Bürgermeister habe zum Beispiel die Klärung bei den Behörden übernommen.

"Es war ja ein knapper Zeitplan für die Förderung", berichtet Stemper und erläutert stolz, dass der Bewegungsplatz mit 15 000 Euro das größte Regionalbudget-Projekt der ILE war. Von der WPA kamen 1100 Euro, von einer Privatperson 500 Euro und 8500 Euro wurden gefördert. Zudem gab es viele Sachspenden und etwa 25 freiwillige Helfer erbrachten circa 150 Stunden an Leistung.

Umzäunung des Platzes geplant

Ursprünglich sollte der Bewegungsplatz am Sportplatz entstehen. "Und es war eine Matschanlage geplant. Leider stellte ich fest, dass es sich um eine kartierte Biotopfläche handelt. Deshalb schlug ich in der Sitzung vor, die Geräte hier aufzustellen", sagt Steffen Lipfert.

Außerdem ist eine Umzäunung des Platzes geplant. Die wünschen sich viele Eltern, damit die Kleinen sich nicht zu weit entfernen können. "Das bedeutet mehr Sicherheit und auch mehr Nutzerqualität", ergänzt der Bürgermeister und berichtet weiter, dass die Gemeinde gern das Kostenrisiko und die Maßnahmenverantwortung übernommen habe. Von den Helfern ist er begeistert, weshalb ihnen die Gemeinde ein Essen spendiert hat.

Weitere Ideen willkommen

"Jetzt können die Bürger sehen, dass sie ganz konkret etwas von dem ILE haben: die Geräte hier und den Platz auf der ehemaligen Synagoge in Wannbach", freut sich der Bürgermeister. Er hat die Bürger aufgefordert, weitere Ideen für ILE bei der Gemeinde einzureichen: "Und am vergangenen Freitag ist tatsächlich schon die erste Idee per E-Mail bei mir angekommen!" Der Bürgermeister hofft, dass auch im nächsten Jahr gute Sachen für Pretzfeld über ILE gefördert werden, wünscht sich aber, dass die Ideengeber vorher mit der Gemeinde sprechen, wenn es sich um gemeindliche Flächen handelt.