"Wer sich auf die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender einlässt, wird bald spüren, dass er unweigerlich mit seiner eigenen Vergänglichkeit konfrontiert ist, seinen eigenen Ängsten und Unklarheiten gegenübersteht. Es bedeutet vor allem Arbeit an sich selbst." Das ist nicht nur eine Warnung, sondern auch ein Versprechen, das der Hospizverein Kulmbach den Teilnehmern seiner alljährlichen Kurse gibt.
Zwölf Teilnehmer des jüngsten Kurses haben jetzt ihre Zertifikate als Hospizbegleiter erhalten - um ihre Erfahrungen aus dem Kurs in ihrem unmittelbaren familiären Umfeld zu nutzen, oder auch, um sie allgemein zur Verfügung zu stellen. Von den 18 Kursteilnehmern wollen sieben künftig im Hospizverein mitarbeiten.
Insgesamt 106 Stunden umfasst der Kurs des Hospizvereins. Eine Kurseinheit pro Woche über ein halbes Jahr. Dabei geht es überwiegend um Kommunikation: Wie rede ich mit betroffenen Schwerstkranken und Menschen, deren Ende absehbar ist. Was rede ich. Aber vor allem: Wie höre ich zu, und wie finde ich genau die Art und Weise des Gesprächs oder des Schweigens, das dem Betroffenen am besten tut. Das ist jedoch keine theoretische Angelegenheit, sondern eine Angelegenheit von Erfahrung, die auch von bereits länger aktiven Hospizbegleitern vermittelt wird.
Für die Kursteilnehmer bedeutet das, ein gehöriges Stück Selbsterfahrung zu leisten. "Ich konnte viel an Angst, Trauer, Schuld und Wut aufarbeiten und merke, dass ich viel offener und geduldiger mit mir und meinen Mitmenschen umgehen und auf sie zugehen kann," lautet zum Beispiel das Resümee eines Kursteilnehmers.
Zum Jahreswechsel wird wieder ein Kurs stattfinden. Näheres dazu im Internet unter www.hospiz-kulmbach.de. klk