Die Stadt Münnerstadt läuft Gefahr, einen Trend an sich vorbeiziehen zu lassen. Das meint der frühere Stadtrat Norbert Reiter, ein bekennender Wohnmobilist. Überall werden derzeit neue Wohnmobilstellplätze errichtet, zuletzt beispielsweise in Maßbach. Münnerstadt habe zwar einen Stellplatz auf dem Parkplatz in der Lache. "Aber der ist suboptimal", meint Norbert Reiter, wobei er dabei eine sehr nette Umschreibung gewählt habe. Sein Vorschlag: Die Stadt Münnerstadt richtet einen Wohnmobilstellplatz in der äußeren Lache her, unmittelbar hinter dem neuen Feuerwehrgerätehaus.

Zahlen steigen rasant

Seit 30 Jahren sei er nun schon mit dem Wohnmobil unterwegs, sagt Norbert Reiter. Er kennt viele Plätze, gute und weniger gute. Er bedauert, dass Münnerstadt da momentan wenig zu bieten hat und verweist auf die kürzlich veröffentlichten Übernachtungszahlen der Stadt Hammelburg. Danach ist der Anteil der Wohnmobilisten in den letzten Jahren rasant angestiegen.

Dabei hätte Münnerstadt jetzt eine gute Gelegenheit, einen attraktiven Wohnmobilstellplatz auszuweisen, sagt der frühere 2. Bürgermeister mit Blick auf die äußere Lache. Er findet es gut, dass der Stadtrat den ursprünglichen Plan aufgegeben hat, dort einen großflächigen Einzelhandel und an der Entlastungsstraße einen Kreisel zu errichten. Dafür rückt nun das geplante Feuerwehrgerätehaus unmittelbar an die Entlastungsstraße. Dahinter bleibe Platz, viel Platz, den man für einen Wohnmobilstellplatz nutzen könnte.

Für Münnerstadts Bürgermeister Michael Kastl (CSU) ist es ein absolutes Plus, dass die Stadt Münnerstadt ein bereits genehmigtes Entwicklungsgebiet nun nicht bauen wird und damit große Flächen unversiegelt bleiben. Das weiß auch Norbert Reiter, der selbst strikt gegen ein Versiegeln ist. Für den Wohnmobil-Stellplatz bräuchte man lediglich die Wege zu schottern, die Stellplätze selbst könnten grün bleiben. Als Paradebeispiel nennt er den Stellplatz in Bad Neustadt, der auch sehr gut frequentiert werde. Auch der Anschluss der notwendigen Ver- und Entsorgungsstationen sei kein Problem in der äußeren Lache. Denn bis zum Feuerwehrgerätehaus liegen dann Strom, Wasser und Abwasserkanal.

Der frühere Stadtrat hat schon genaue Vorstellungen, wie das Ganze aussehen soll. Eine fußläufige Anbindung sei möglich, ohne dass die Wohnmobilisten die Entlastungsstraße überqueren müssten, sagt er mit Verweis auf den Fußweg unter der Brücke zum Skaterplatz. Die Bezahlung der Stellplätze könnte über einen Automaten erfolgen. "Besser noch, es schaut jemand zweimal am Tag vorbei", findet Norbert Reiter.

Mittlerweile gebe es bis zu zwölf Meter lange Wohnmobile. Der Stellplatz müsse so hergerichtet werden, dass er auch von denen genutzt werden kann. Es sei ja nur gut, wenn Besucher nach Münnerstadt kommen, die 160 000 bis 200 000 Euro für ein Wohnmobil ausgeben können. Norbert Reiter ist sich sicher, was den Stellplatz angeht: "Wenn wir das ordentlich machen, dann kriegen wir auch Leute her, die Geld in die Stadt bringen."

Er erinnert daran, dass ja auch auf dem Luma-Grundstück in der Friedhofstraße ein Stellplatz angedacht war. Der Platz selbst sei zwar sehr gut, aber die Zufahrt sei es ganz und gar nicht, vor allem für größere Wohnmobile.

Problem ist die Zufahrt

Ganz neu ist das Thema für Michael Kastl nicht. Er findet die Idee sehr gut, die erst kürzlich auch von einem anderen früheren Stadtrat an ihn herangetragen worden sei. Das Gebiet war ja früher auch als Zeltplatz im Flächennutzungsplan vorgesehen. Ein großes Problem aber sieht der Bürgermeister in der Zufahrt, die nun eben nicht über einen Kreisel erfolgen wird. Eine Einmündung für die Feuerwehr an der Bundesstraße werde genehmigt, Michael Kastl glaubt nicht, dass das auch für den Wohnmobilstellplatz mit bis zu zwölf Meter langen Fahrzeugen gilt. "Dann müsste die Erschließung über die Reichenbacher Straße/ Hörnauweg erfolgen", so der Bürgermeister, der da allerdings momentan auch keine Möglichkeit sieht. "Die Frage ist, ob wir einen Wohnmobilstellplatz haben wollen und wo." Das werde im Rahmen der Erschließungsplanung für die äußere Lache mit dem neuen Gerätehaus diskutiert.