Schon 2014 wurden die Flüchtlingskinder mit "Willkommensbeuteln" beschenkt und diese Aktion wurde nun wieder von Ille Prockl-Pfeiffer und Gaby Richter, Leiterin der "Tafel" Herzogenaurach aufgegriffen und in "Geburtstagsbeutel" umgeändert.
"Unser christliches Menschenbild verlangt nach tätiger und uneigennütziger Nächstenliebe. Mit der Aktion ,Gekommen, um zu teilen' wollen wir konkrete Beiträge für mehr Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden leisten", heißt es beim Frauenbund in Herzogenaurach. Rosi Gehr und Elli Bitter nähten für 106 Tafelkinder Geburtstagsbeutel und übergaben sie in den Räumen der "Tafel" an der Kantstraße an die Leiterin Gaby Richter.


Bis Oktober 2018

Gaby Richter und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Helga Kirsch erzählten von glänzenden Kinderaugen und strahlenden Gesichtern, wenn sie den Kindern ein Geschenk übergeben, wie beispielsweise bei der Weihnachtspäckchen-Aktion.
"Ich finde dies eine ganz wunderbare Aktion. Die Freude der Kinder ist unbeschreiblich, wenn sie zu ihrem Geburtstag von uns ein Geschenk bekommen", erzählten Richter und Kirsch. Die Aktion soll bis zum Oktober des kommenden Jahres laufen und damit erhält jedes Kind ein Geburtstagsgeschenk.


Dialog verbindet

"Ein friedliches Zusammenleben braucht mutige Menschen, die aufeinander zugehen und den Dialog suchen. Begegnungen schaffen Vertrauen und tragen dazu bei, Selbstverständlichkeiten der bisherigen Lebensgestaltung in einem anderen Licht zu sehen und neue Zukunfts-Perspektiven zu entwickeln", erklärte dazu Ille Prockl-Pfeiffer, die bei der Übergabe nicht dabei sein konnte. Rosi Gehr nähte zusammen mit Elli Bitter die Stoffbeutel aus Jeans- und buntem Stoff. "Nicht jeder Stoff ist brauchbar, für die etwas älteren Kinder nehmen wir einen robusten Jeansstoff und die Kleinen bekommen bunte Stoffbeutel."


Verschluss benötigt

Den Stoff suchte Gehr aus Katalogen und stellte nach den ersten fertigen Beuteln fest, dass die Beutel auch einen Verschluss brauchen. Da bekam sie Unterstützung von Helmut Fischer, der ihr Schnürsenkel vom Puma zum Einziehen vorbeibrachte.
Natürlich müssen die Beutel für die Kinder von einem bis zu zwölf Jahren auch gefüllt werden. Also kommen Stifte, Kinderbücher, Puzzles, Spiele oder ein Fußball sowie Kuscheltiere und andere Spielsachen in den Beutel, die "Tafel" füllt ihn mit Süßigkeiten auf.
Aber 106 Geburtstagsbeutel zu füllen, ist doch nicht so einfach. "Schon haben wir einen Spielzeugengpass und beim letzten Beutel musste mein Sohn Christopher sein Zimmer ausräumen. Als er jedoch hörte wofür, hat er sofort seine Autokiste geräumt", erzählte Christina Daßler.


Spenden gesucht

Für die nächsten Geburtstagsbeutel werden noch Spielsachen gebraucht. "In vielen Kinderzimmern, Kellern und Dachböden lagert mit Sicherheit Spielzeug, das noch gut ist, und die Kinder sind schon aus dem Haus oder spielen nicht mehr damit", ist sich Christina Daßler sicher. Deshalb wäre der Frauenbund dankbar, wenn dieses Spielzeug für die Tafelkinder gespendet werden würde. Als Abgabestelle, da die "Tafel" nicht durchgehend geöffnet hat, schlug Gaby Richter vor, die gespendeten Spielsachen bei Richter am Kirchenplatz 5 vorbeizubringen.
Der Aspekt des Teilens steht dabei im Vordergrund. "Teilen ist ein starker Ausdruck von Solidarität mit anderen Menschen. Aufeinander zugehen und Unterstützung bei der Bewältigung des neuen Lebensabschnittes anbieten, Zeit teilen und mehr voneinander erfahren - das schafft Vertrauen und trägt zu einem gemeinsamen Geben und Nehmen bei", heißt es beim Frauenbund.
Das Schicksal und die Verunsicherung der Flüchtlinge rühren an, und vielerorts überlegen Menschen, wie sie mit kleinen Gesten oder konkreten Angeboten den Flüchtlingen ein Gefühl des Willkommens vermitteln und ihnen Unterstützung in alltäglichen Dingen anbieten können.