Der Kontakt mit Menschen, vor allem mit Kindern, war Paul Kleinlein ein Leben lang sehr wichtig. Das war wohl einer der Gründe, dass sich der Wachenrother an vielen Wochenenden mit seinem Verkaufsstand für Spielsachen auf den Weg machte. 50 Jahre lang war er auf unzähligen Kirchweihen und Festen in der Region zu finden. Man konnte ihn in Aschbach ebenso antreffen wie in Röttenbach oder auf dem Forchheimer Annafest. Leuchtende Kinderaugen waren der Dank, wenn die Kleinen unter seinen Spielsachen wählen durften. Außerdem führten Paul Kleinlein und seine Frau Inge 25 Jahre lang einen Kiosk in Erlangen, nahe beim Siemens-Stammhaus.
Inzwischen 84-jährig, hat sich der Wachenrother jetzt "revanchiert". "Ich habe mein Leben lang Spielsachen verkauft und dadurch Geld verdient. Deshalb wollte ich etwas davon den Kindern zurückgeben", sagt er. Paul Kleinlein und seine Frau Ingeborg überließen ihrer Heimatgemeinde eine Spende in Höhe von 10 000 Euro für die beiden Kindergärten.
Das Geld direkt auf die Elternbeiträge umzulegen, sei nicht möglich, erklärte dazu Wachenroths Geschäftsleiter Markus Schramm. Es werde aber Eltern und Kindern zugute kommen. "Wir werden es sinnvoll anlegen, denn es gibt noch viel zu tun." In Weingartsgreuth beispielsweise ist die bestehende Krippengruppe fast ausgebucht. Im nächsten Jahr soll eine zweite eingerichtet werden. Für die Gemeinde bedeutet dies, zwölf Kinderbettchen anzuschaffen, denn jedes der Kleinen benötigt einen Schlafplatz. Im Kindergarten Wachenroth sollen künftig drei Regelgruppen, also Kinder ab drei Jahren, und in Weingartsgreuth zwei Krippengruppen betreut werden.
Nun gibt es in der Marktgemeinde hinsichtlich Spenden seit einiger Zeit einen Grundsatzbeschluss. Demnach können Spenden bis 1000 Euro angenommen werden. Alles, was darüber ist, muss im Ratsgremium abgesegnet werden. Das dürfte den Räten bei der Spende der Eheleute Kleinlein nicht schwer gefallen sein. Die Raiffeisenbank spendete übrigens ebenfalls 500 Euro für die beiden Kindergärten.