"Nachhaltig leben und arbeiten" - mit diesem Leitsatz beschäftigt sich die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) bereits seit 2011. So lauteten die Jahresthemen seit damals "Klug kaufen", "Richtig steuern", "Sinnvoll leben" oder "Gut wirtschaften". In diesem Jahr setzt der KAB-Kreisverband Kronach-Hof den Schwerpunkt auf die Frage "Eigentum verpflichtet ... aber wozu?"
Eigentum ist auf der Welt sehr ungleich verteilt. "Das Vermögen der drei reichsten Menschen der Welt ist inzwischen größer als das Bruttoinlandsprodukt der 48 ärmsten Länder der Welt", erklärte Diözesansekretärin Maria Gerstner in der jüngsten Sitzung desr Kreisverbandsleitung in Kronach. Die katholischen Soziallehre stelle sich dieser zunehmenden Spaltung entgegen. Doch brauche sie aktive Befürworter, um gesellschaftlich wirksam werden zu können. "Wer sonst als die KAB könnte das tun? ", fragte die Diözesansekretärin.
Die Thematik soll daher auch im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlungen und weiterer Aktionen des Kreisverbands stehen. Über inhaltliche Impulse und aktivierende Gesprächsrunden will man sich mit der Thematik des Eigentums, seiner Verteilung und der Eigentumsordnung der katholischen Sozilallehre auseinandersetzen und dabei Argumentationshilfen sowie gesellschaftliche Veränderungsperspektiven erarbeiten.
Bei der Diskussion kam die Sprache insbesondere auf eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer. "Der Staat könnte dadurch sehr viele Steuern einnehmen und es würde keinem wehtun. Da geht es keinem richtig an die Kohle", meinte Kreisvorsitzender Günter Romig. Seine Stellvertreterin Adelheid Kotschenreuther pflichtete ihm bei.
In ihrem Rückblick ließ Gerstner noch einmal die vielen durchwegs sehr gut angenommenen Aktivitäten und Veranstaltungen 2015 Revue passieren. Auf enorme Resonanz seien insbesondere die Info-Veranstaltung für pflegende Angehörige im April in Wilhelmsthal sowie die Filmvorführungen "Homs" und "Fremd" im Struwwelpeter und im Mehrgenerationenhaus Mitwitz gestoßen. Ein Höhepunkt sei ferner der internationale Frauentag im März gewesen.


Senioren sehr aktiv

Sehr aktiv waren einmal mehr die Senioren, wie Seniorenbeauftragte Carol Jakob berichtete. Über 100 Besucher konnte man beim Senioren-Advent im Pfarrzentrum Friesen begrüßen. Sehr berührende Erlebnisse waren der Einkehrtag in Vierzehnheiligen, die Maiandacht in der Wallfahrtskirche "Maria in der Jugend" in Motschenbach sowie die Wallfahrt nach Retzbach.
In ihrer Vorschau gab Gerstner das umfassende Jahresprogramm bekannt. Hierzu zählt auch wiederum die traditionelle Maikundgebung. Beibehalten will man auch eine Veranstaltung zum internationalen Frauentag am 8. März in der Synagoge. Voraussichtlich soll heuer die Sicherheit von Frauen im Mittelpunkt stehen. Auf Vorschlag der Ehrenvorsitzenden Gabriele Zeuß will man eventuell im nördlichen Landkreis eine Info-Veranstaltung über Hilfs- und Betreuungsangebot für Senioren halten.
Vor der Sitzung hatte man in einem Gottesdienst in der Klosterkirche aller verstorbenen KAB-Mitglieder gedacht. hs