Kontrovers diskutierte der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Umgestaltung der Ebinger Straße mit Querungshilfe. Bürgermeister Bruno Kellner (VU) bezeichnete die Straße als wichtige innerörtliche Verbindungsachse. Er erklärte, dass vom Planungsbüro als weitere Variante für die Umgestaltung ein Kreisverkehr vorgeschlagen wurde. Da es sich bei der Ebinger Straße um eine Kreisstraße handelt, fanden im Vorfeld Gespräche mit der Tiefbauabteilung des Landkreises statt. Außerdem wurde die Polizei gehört.

Während der Landkreis die Querungshilfe aufgrund von Vergleichsfällen mit 50 Prozent bezuschusse, sei laut Aussage von Michael Dotterweich, Leiter der Tiefbauabteilung, wegen des Verkehrsaufkommens und der Unfallhäufigkeit kein Kreisverkehr notwendig, so Kellner.

Bei diesem wichtigen Infrastrukturprojekt seien alle Varianten aufgezeigt worden, informierte Diplom-Ingenieur Ingo Jacobsen von der Planungsgruppe Strunz. Der Gehweg sei auf der Südseite geplant. Wegen eines vorhandenen Baumes könne die Querungshilfe beim Medizinischen Versorgungszentrum nicht gebaut werden. Jetzt sei sie beim Netto-Mark zwischen den beiden Grundstücken vorgesehen und verlaufe über einen ehemaligen Parkplatz.

Zwischen der Fahrbahn und dem Grünstreifen befindet sich ein Graben in der Baulast des Landkreises. Die Baulast könne man ablösen, den Graben verrohren und damit den Grünstreifen erweitern, schlug Marktgemeinderat Manfred Reindl (CWU) vor.

Jacobsen ging dann auf den Kreisverkehr ein. Man schlage einen dreiarmigen Kreisverkehr als Übergang zwischen den beiden Ortsteilen und vor dem Hintergrund der Erschließung des geplanten Bebauungsplans "Hergeten III" vor. Flächen wollten weder der Besitzer des Netto-Marktes noch die Gewo-Bau als Vermieter des Ärztezentrums abtreten. Da sei die Frage, "wie passt er rein?". Der Referent sprach von Kosten in Höhe von rund 350 000 Euro für die Straßengestaltung mit einer Querungshilfe. Auf rund 850 000 Euro belaufen sich die Kosten für die Lösung mit Kreisverkehr.

Zweite Querungshilfe?

Marktgemeinderätin Christine Jäger erinnerte an ihren Vorschlag für eine zweite Querungshilfe bei der Abtenberghalle. Hier überqueren auf dem Weg zum Sport in der Abtenberghalle und zur Bushaltestelle sehr viele Kinder und Jugendliche die Straße. Eine zweite Querungshilfe sei sinnvoller als ein Kreisverkehr, so Jäger.

Wenn keine Flächen abgetreten werden, sei es sinnlos, über einen Kreisverkehr zu diskutieren, meinte Michael Hümmer (VU). Andreas Eiermann sah den Kreisverkehr unter dem Aspekt der Erschließung des Baugebiets "Hergeten III". Da sei die Querungshilfe sinnlos. Es gebe noch Diskussionsbedarf, stellte der Bürgermeister fest. Die konzeptionellen Überlegungen im Zusammenhang mit "Hergeten III" müssten bei der Planung berücksichtigt werden. Daraufhin schlug Ingenieur Jacobsen vor, dies bei der Planung zu berücksichtigen.

Zwei Rückzieher

Nachdem bei den Diskussionen über den Kreisverkehr das geplante Baugebiet "Hergeten III" eine wichtige Rolle spielte, ging es im Anschluss um das Baugebiet "Hinter den Mauern" in Ebing. Der Marktgemeinderat hatte im Mai den Grundsatzbeschluss gefasst, für dieses Gebiet einen Bebauungsplan erstellen zu lassen und mit den verschiedenen Grundstückseigentümern städtebauliche Verträge abzuschließen.

Nach intensiven Vorarbeiten seitens der Verwaltung, der Planungsgruppe Strunz und vielen Besprechungen mit Vertretern der Interessengemeinschaft und den Eigentümern verweigern jetzt zwei Grundstückseigentümer ihre eigentlich schon gegebene Zustimmung beziehungsweise stellen sie infrage.

Aufgrunddessen lassen sich die städtebaulichen Ziele nicht verwirklichen und der Beschluss vom Mai wurde mit Zustimmung des Gremiums aufgehoben.