Das FL im HÖS-Kennzeichen steht für "Flinke Liese", das E für den elektrischen Antrieb. Künftig wird die flinke junge Dame Senioren und Seniorinnen aus den Stadtteilen nach Höchstadt ins Ortszentrum bringen. "Damit sie an unserer Infrastruktur teilhaben können", sagt Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Die älteren und in ihrer Mobilität eingeschränkten Höchstadter Bürger aus den 23 weit verteilten Ortsteilen sollen damit die Möglichkeit bekommen, aktiver am öffentlichen Leben teilzunehmen. Höchstadt sei damit die erste Kommune in der Region, die einen Fahrdienst für Senioren mit einem Elektrobus anbietet.
"Das wird ein Projekt der Ehrenamtlichkeit", freut sich Höchstadts Stadtchef. "Menschen für Menschen" ist sein Motto. Bereits jetzt haben sich elf Ehrenamtliche gemeldet, die - nach Einweisung - als Fahrzeugführer zur Verfügung stehen. Dass dieser Service kostenlos ist, sei wohl einmalig, meint Herbert Fiederling. Seit drei Jahren im Ruhestand, hat der ehemalige Sparkassenchef "einige soziale Projekte am Laufen". So auch die Anneliese-Knobelspieß-Stiftung, die den 45 000 Euro teuren Stadtflitzer finanziert hat. In die Stiftung wurde das Erbe von Anneliese Knobelspieß, langjährige Betreiberin der Autobahnraststätte Steigerwald Süd, eingebracht, damit es den Senioren der Stadt zugutekomme.


Sieben Sitze

Brehm freut sich auch, dass der Stiftungsgedanke durch die Kooperation mit der 500 Jahre alten Bürgerspitalstiftung wieder aufgenommen wird. Für die laufende Finanzierung sei die Bürger-spitalstiftung zuständig, sagt der Stadtchef. Herbert Fiederling kam die Aufgabe zu, nach einem geeigneten Fahrzeug Ausschau zu halten. "Elektrisch sollte es sein und mindestens sieben Sitze haben. Es durfte aber kein Bus sein, da es von Ehrenamtlichen gefahren wird", sagt Fiederling. Viel Auswahl gab es unter diesen Vorgaben nicht. Schließlich wurde es ein Nissan-Elektrobus mit sieben Sitzen, extra niedrigem Einstieg und einer Rampe für Rollstühle.
Betrieb und Organisation übernimmt die Stadt. Thomas Oppelt vom Stadtmarketing hat bereits einen Fahrplan ausgearbeitet. Es gibt fünf Routen, die je zweimal pro Woche (Hin- und Rückfahrt) angeboten werden und alle 23 Ortsteile abdecken. Jede Route sollte einmal vormittags und einmal nachmittags angeboten werden. Ausgangs- und Endpunkt ist jeweils der Marktplatz in Höchstadt.
Die Stadt suche weitere kontaktfreudige Menschen, die Freude daran haben, ihren älteren Mitbürgern die Teilhabe am öffentlichen Leben zu erleichtern. Es sei geplant, langfristig einen Pool von 25 bis 30 ehrenamtlichen Fahrern aufzubauen, so dass jeder nur ein- oder zweimal im Monat an die Reihe käme.
Der E-Bus hat eine Reichweite von 130 Kilometern. Untergebracht und über Nacht geladen wird er im städtischen Bauhof. Wie Thomas Oppelt berechnet hat, werden maximal 90 Kilometer pro Tag gefahren. Obwohl der Fahrplan steht, sei es notwendig, dass die Bürger am Tag vor dem Fahrtwunsch anrufen. Die Fahrzeiten werden im kommenden Amtsblatt veröffentlicht und stehen im Internet zur Verfügung.