Karl-Heinz Hofmann

Kronach — Der Referent für das Deutsche Sportabzeichen (DSA) im Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) Sportkreis Kronach, Harald Kaiser, sieht jetzt schon negative Auswirkungen durch die Corona-Pandemie auf den Sport. Seine großen Bedenken gehen dabei vor allem in Richtung Kinder- und Jugendsport. Zwar konnte man nach einer Auszeit von April bis Juli wieder Hoffnung schöpfen und einige Vereine konnten ihre DSA-Leistungsprüfungen kurzfristig durchziehen, doch im Oktober kam der nächste Schock. Trotzdem blickt Kaiser mit Stolz auf den Anstieg der Teilnehmer in den vergangenen Jahren.

In seiner Amtszeit als Referent für das DSA haben sich die Teilnehmer an Prüfungen für das DSA auf über 600 verdoppelt. Von vorher 66 Erwachsenen und 321 Kindern erhöhte sich die Teilnehmerzahl im Jahr 2019 auf 118 Erwachsene und 534 Kinder.

Fleißige Übungsleiter

In erster Linie liegt dies aber an den fleißigen und engagierten Übungsleitern in den Sportvereinen, denen er besonderen Dank für diese Leistungen ausspricht. Dies sind die seit Jahren etablierten Stammvereine, ATSV Nordhalben, TSV Stockheim, TV Mitwitz, TVE Gehülz und TV Unterrodach. Es kamen weitere vier Vereine dazu, Turnerschaft Kronach, DLRG Teuschnitz, TSV Weißenbrunn und die Sport- und Langlaufgemeinschaft Reichenbach. Dieser Zuwachs ist längst nicht selbstverständlich, da die ehrenamtliche Arbeit und der schriftliche Aufwand nicht weniger geworden sind, da alles in Papierform abgewickelt wird.

Der in Weißenbrunn wohnhafte Harald Kaiser ist seit 2015 Referent für Sportabzeichen im Bayerischen Landessportverband (BLSV) im Sportkreis Kronach. Er absolvierte dazu die Trainer-B-Lizenz für Breitensport, Turnen, Bewegungskünste und Turnartistik. Weil dem 58-jährigen Übungsleiter beim Turnverein Unterrodach (TVU) aber die Bekanntmachung und die Durchführung des Deutschen Sportabzeichens (DSA) sehr wichtig ist, hat er einen weiteren Lehrgang besucht und ist nun Multiplikator für Sportabzeichen. Sein erfolgreich absolvierter Lehrgang berechtigt ihn nun auch, Prüfungen für das Deutsche Sportabzeichen in Leichtathletik, Turnen, Schwimmen und Radfahren durchzuführen.

Das Deutsche Sportabzeichen hat eine lange Tradition. Es wurde 1912 unter dem Namen "Auszeichnung für vielfältige Leistungen auf dem Gebiet der Leibesübungen" in Berlin ins Leben gerufen und wird heute verstärkt über den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und über die Landessportbünde publiziert.

Mit Ordenscharakter

"Das DSA ist ein Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland mit Ordenscharakter und ist die höchste Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsports und wird als Leistungsabzeichen für überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit verliehen", erklärt Harald Kaiser, der sich geradezu mit Leidenschaft und großem Engagement für möglichst viele begeisterte Teilnehmer einsetzt. Die Aufgabe des Referenten für Sportabzeichen ist im Wesentlichen die Koordination und Beratung der Vereine. Der Wettkampf zum Erwerb des Sportabzeichens läuft über die Sportvereine. Aber es kann jeder mitmachen, der sich fit genug fühlt, auch ohne ein Vereinsmitglied irgendeines Sportvereins zu sein. Dies zeigt alljährlich beispielhaft auch die Teilnahme zahlreicher Senioren, die das siebzigste Lebensjahr längst überschritten haben.