Der HSC 2000 Coburg verliert einen engagierten jungen Mann: Jugend-Koordinator Dorian Wagner zieht es wieder Richtung Heimat. Er stammt aus Kiel. Der 23-Jährige ist nur noch bis Ende Juli für die Vestestädter aktiv und wird dann im Norden eine neue Herausforderung annehmen. Der Handball-Erstligist sucht nun für ihn einen neuen Mann, der im Nachwuchsbereich die verantwortungsvollen Aufgaben von Wagner als Jugend-Koordinator übernimmt.

Wagners neuer Job steht auch schon fest, doch der scheidende Jugend-Koordinator verrät nur so viel: "Ich werde im Herrenbereich eine ambitionierte Aufgabe übernehmen und parallel dazu 25 Stunden eine kaufmännische Tätigkeit ausüben. Ich will wieder Richtung Heimat, damit ich auch am Wochenende einmal nach Hause fahren kann." Wir sprachen mit Wagner nicht nur über seine Zukunftspläne, sondern auch über seine beiden Jahre beim HSC Coburg, die natürlich extrem von Corona geprägt waren.

Herr Wagner, eine schöne Zeit beim HSC Coburg geht zu Ende. Blicken Sie doch einmal zurück auf Ihre Arbeit im Nachwuchsbereich des HSC. Was wurde unter Ihrer Regie alles auf den Weg gebracht.

Dorian Wagner: In einer sehr spannenden Zeit habe ich leider abgesehen vom ersten Dreivierteljahr nur die Arbeit während der Corona-Pandemie kennenlernen dürfen. Diese hat natürlich einiges sehr viel schwerer gemacht, als es eigentlich geplant war. Nichtsdestotrotz haben wir aus der Situation das Bestmögliche rausgeholt und tun dies im Team auch weiterhin. In den letzten beiden Jahren durfte ich mich sowohl als Trainer, aber auch persönlich als Mensch weiterentwickeln.

Der Job hat vielerlei Facetten, an denen ich zu jeder Zeit mein Bestes gegeben habe. Egal ob es die Planungen im Jugendbereich, die Durchführung des Individualtrainings, die Kommunikation mit meinen Vorgesetzten, das Torwart-Training oder das Scouting waren. Hier habe ich hoffentlich zu einer Weiterentwicklung beim HSC Coburg beigetragen.

Und worauf sind Sie besonders stolz?

Innerhalb der vergangenen zwei Jahre gab es sehr viele positiv prägende Erlebnisse, für die ich dem Verein sehr dankbar bin. In meinem Alter eine so anspruchsvolle Aufgabe als Jugendkoordinator bei einem Bundesligisten übernehmen zu dürfen, ist etwas sehr besonderes. An dieser Stelle möchte ich Jan Gorr danken, der mir als "junger Kerl" von Anfang an das Vertrauen geschenkt hat und in den vergangenen zwei Jahren sehr geprägt hat.

Der zweite Platz in der Bayernliga vergangene Saison mit meiner B-Jugend und dem eigentlich damit verbundenen Qualispiel zur Jugend-DM war ebenfalls ein tolles Erlebnis. Leider ist dieses Spiel dann aber aufgrund von Corona entfallen. Außerdem durfte ich Teile des Torwart-Trainings der ersten Mannschaft leiten, wo ich in den vergangenen zwei Jahren ebenfalls sowohl von Trainerseite als auch von Spielerseite viel gelernt habe.

Welchem Spieler, der durch Ihre Fittiche ging, trauen Sie als ersten eine feste Rolle im Kader der 1. Mannschaft zu.

Das Potenzial dies zu schaffen haben durchaus ein paar Spieler, denen ich es voll und ganz zutraue. Hierfür hoffe ich, dass Sie weiterhin sehr fleißig an sich arbeiten werden und das vorhandene Potenzial ausschöpfen können.

Was werden Sie in Zukunft machen? Bleiben Sie dem Handball treu? Haben Sie Ambitionen, selbst einmal im Herrenbereich zu trainieren?

Gerne möchte ich mich ein Stück weit wieder "vernördlichen" und einen kaufmännischen Job ausüben, in Kombination mit einer ambitionierten Handballaufgabe. Dem Handballsport werde ich auf jeden Fall treu bleiben, eine klare Idee habe ich ebenfalls in dieser Richtung. Zu gegebener Zeit habe ich auf jeden Fall die Ambitionen selber im Herrenbereich zu trainieren, als TW-Trainer und Co-Trainer traue ich es mir bei entsprechender Aufgabendefinierung aber auch sehr zeitnah zu.

Und was trauen Sie dem HSC Coburg in Zukunft zu?

Ich wünsche dem HSC, dass die kontinuierliche Entwicklung des gesamten Vereins sich weiterhin so positiv gestaltet wie in den letzten Jahren. Ich traue dem Verein in Zukunft natürlich zu, wieder eine gute Rolle in der Bundesliga zu spielen. Nach wie vor kann ich an dieser Stelle nur betonen, dass der Job an sich sowie das Umfeld im Verein in meiner Entscheidungsfindung keine Rolle gespielt haben, sondern es eine Entscheidung für meine Familie und Nähe zu meinem Lebensmittelpunkt der Hauptteil der Entscheidung waren.

Das Gespräch führte Christoph Böger