Die Flößervereinigung Friesen hielt ihre Generalversammlung im Vereinslokal Gasthaus Desera ab. Neben den Neuwahlen stand besonders die Würdigung des Friesener Dorfmuseums im Mittelpunkt.
Wie Vorstand Georg Geiger berichtete, konnte mit drei Neuaufnahmen der Stand bei 80 Mitgliedern gehalten werden. Kurz streifte der Vorsitzende die Ereignisse des vergangenen Jahres. Höhepunkte waren die reibungslos verlaufenen Friesener Flößertage im Juli, die Mitwirkung beim Kinderfestzug in Kronach sowie eine Krippenausstellung im Flößermuseum mit interessanten Vorträgen anlässlich der Friesener Dorfweihnacht. Beim Floßbau und anschließender Vorstandssitzung "auf dem Floß" waren auch die Flößerfrauen dabei. Es werde aber zunehmend schwerer, Fahnenabordnungen zu den Veranstaltungen zu organisieren, sorgte sich Geiger. Der Helferausflug führte in den Steigerwald. Am Deutschen Flößertag in Koblenz nahmen Pia und Georg Geiger teil, beim Kreisflößertreffen war man mit 14 Flößern gut vertreten.
Ausführlich ging Vorsitzender Geiger auf das Flößen selbst ein. Das Niedrigwasserproblem habe nicht nur die beabsichtigte Floßfahrt nach Kronach erneut verhindert, sondern bringe auch Gegenwind. Heuer seien hier keine Flussbaumaßnahmen durchgeführt worden, man habe "die Bagger schmerzlich vermisst", um vorhandene Steinschwellen floßgerecht zu verändern, beklagte der Flößervorstand.
Auf das neue Flößerjahr ausblickend wies Georg Geiger an eigenen Veranstaltungen vor allem auf die Friesener Flößertage (30./31. Juli) und die Flößerweihnacht am 10. Dezember hin. Am 8. Oktober wird das Kreisflößertreffen in Friesen gehalten.
Schriftführer Heinz Schmidt beleuchtete ergänzend die einzelnen Veranstaltungen in seiner unnachahmlichen Art mit viel Sachkenntnis und ebenso viel Humor. Die Wasserprobleme machten ihn traurig, aber es habe auch Positives für ihn gegeben: An der Floßlände habe er ein Foto-Shooting "mit ann Weibsbild" beobachten können, "dou hou ich fei gään zugeguckt!".
Kassier Georg Schneider berichtete von leichter Zunahme des Vereinsvermögens, wobei nur 13 Prozent von Mitgliedsbeiträgen rührten. Er bat bei Kontenänderungen um schnelle Information des Vereins und wünschte seinem Nachfolger eine gute Hand.
Der scheidende Kassier gab auch gleich den Bericht des Museumsteams. Mit dem Friesener Dorfmuseum sei ein "Juwel" entstanden; die Friesener Flößer seien stolz darauf, im ältesten, aber bestrenovierten Haus im Dorf wirken zu können. Jedoch sei noch einiger Einsatz nötig, um den Zielen Traditionspflege und anschauliches Erhalten des Flößerhandwerks für die Zukunft gerecht zu werden. So sei eine Durchforstung nötig; auch würde man sich sehr über "Zuwachs" aus Friesener Haushalten freuen. Eine museumspädagogische Unterstützung sei sicher hilfreich, hierzu habe man schon Kontakt aufgenommen.
Zum Schluss dankte Schneider noch der Stadt, die den Museumsleuten einen Raum in der alten Schule als Depot überließ. Gottfried Fischer und Albin Reif hatten Georg Schneiders Kassenführung eingehend geprüft und festgestellt, "der Kassier wird alle Jahre noch besser!", natürlich folgte einstimmige Entlastung.
Vor den Neuwahlen bedankte sich der Vorsitzende herzlich bei seinen Mitarbeitern und hob dabei besondes den scheidenden Kassier Georg Schneider für dessen mustergültige Arbeit hervor. Wahlausschussvorsitzender Norbert Kraus konnte die umfangreichen Neuwahlen der Vorstandschaft für die nächsten drei Jahre zügig durchziehen - am längsten dauerte dabei noch das obligatorische Hochlebenlassen der jeweils Gewählten mit entsprechendem "Zwischenprost". Nicht einmal der vakante Kassierposten war ein Problem, da ein Nachfolger für den nicht mehr kandidierenden bereits seine Zusage erteilt hatte.
Die neue Vorstandschaft der Friesener Flößer setzt sich für die nächsten drei Jahre so zusammen: 1. Vorsitzender Georg Geiger, 2. Vorsitzender Joachim Geiger, Schriftführer Heinz Schmidt, Kassier René Queren, Kassenprüfer Gottfried Fischer und Albin Reif, Floßmeister Gottfried Fischer. Das Amt des Wehrwartes übernimmt kommissarisch 2. Vorsitzender Joachim Geiger, das Museumsteam leitet weiterhin Georg Schneider. Georg Zwingmann wurde als sechster Verwaltungsrat zusätzlich berufen.
Kreisheimatpfleger Hans Blinzler dankte in seinem Grußwort den Friesener Flößern für ein sehr aktives Vereinsjahr herzlich, bat sie aber wie die anderen Ortsvereine auch, sich Gedanken um die künftige allgemeine Gestaltung des Kreis-Flößertreffens zu machen. Dem würde ein "frischer Wind" guttun. Als Vertreter der Stadt freute sich Heinz Hausmann (seit 25 Mitglied bei den Friesener Flößern!) über den guten Besuch und die aufwendige, sinnvolle Arbeit im letzten Jahr. Sein "Wunschtraum" sei für Einheimische wie Touristen und Schulen die Erstellung eines Infoblattes, das alle Museen im Frankenwald beschreibe.
Im letzten Punkt der Tagesordnung kamen die Mitglieder mit ihren Anliegen zu Wort. Ausgiebig diskutiert wurde das bevorstehende "Finale bei der Dorferneuerung" Hans Blinzler