Der langjährige Vorstand des Bahnhofs Coburg, Dieter Stüllein, ist tot. Der begeisterte und für sein Engagement weithin bekannte Eisenbahner verstarb bereits am 3. April nach längerer Krankheit im Alter von 70 Jahren, wie die von ihm viele Jahre lang geführte Eisenbahner Kameradschaft 1897 Breitengüßbach e.V. in einer Pressemitteilung nun informierte.
Dieter Stüllein trat 1966 als Jungwerker beim Bahnbetriebswerk Coburg in den Eisenbahndienst und arbeitete sich zum Bundesbahn-Inspektor hoch. Stüllein war anfangs auf den Bahnhöfen Neustadt bei Coburg und Mönchröden tätig. Nach dienstlichen Stationen in Gerolzhofen und Bamberg kehrte er 1985 als Bahnhofsvorstand nach Coburg zurück.
Nach der Öffnung der Grenze zu Thüringen ergriff Dieter Stüllein 1989 die Initiative zur Wiedereröffnung der seit 1945 unterbrochenen Bahnlinie nach Sonneberg in Thüringen. Die Eröffnungsfeierlichkeiten im September 1991 waren der Höhepunkt in der Laufbahn des im großen Umkreis bekannten Eisenbahners.
Nach Gründung der Deutschen Bahn AG im Januar 1994 bis Dezember 2000 war Stüllein als Bahnhofsmanager für weite Teile Oberfrankens zuständig. In seine Dienstzeit fielen die Neugestaltung der Bahnhöfe Lichtenfels und Bamberg.


"Vater" der Eisenbahnerfamilie

Das Eisenbahnfest im Oktober 1983 zum Jubiläum "125 Jahre Werrabahn in Coburg" feierte die Region unter der Regie des begeisterten Eisenbahners mit Sonderfahrten und Fahrzugausstellungen. Große Verdienste erwarb sich Dieter Stüllein als Vorsitzender der Eisenbahner-Kameradschaft 1897 Breitengüßbach e.V. Seit 1975 galt Stüllein als "Vater" einer großen Eisenbahnerfamilie, für deren Wohl er sich bis zuletzt unermüdlich einsetzte.


Organisator von Sonderzügen

Zahlreiche Bahnkunden kennen die Eisenbahner aus Breitengüßbach und ihren jetzt verstorbenen Vorsitzenden als Organisatoren und Bewirtschafter von Sonderzügen. Ob zu Faschingspartys, Pilger- und Seniorenreisen, zu Weihnachtsmärkten oder Gemeindeausflügen. Der Halt der Sonderzüge in Breitengüßbach war obligatorisch. Hier stieg Dieter Stüllein stets mit frischem Leberkäse zu, der sogleich an die Reisegesellschaften verteilt wurde.
Dieter Stüllein war ein Förderer der Eisenbahn in Oberfranken und kompetenter Ansprechpartner für Kommunalpolitiker, wie auch für die Sorgen der Bahnkunden. Stüllein wurde auf eigenen Wunsch im engen Kreis seiner Eisenbahner-(Familie) in Coburg beigesetzt. red