Der Tag der Nachbarn ist eine jährliche Initiative der nebenan.de-Stiftung zur Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders. In einigen Ländern Europas wird der "European Neighbour's Day" jedes Jahr Ende Mai gefeiert. Die nebenan.de-Stiftung hat das Erfolgskonzept 2018 nach Deutschland gebracht.

Am letzten Freitag im Mai treffen sich Menschen in ihrer Nachbarschaft, unabhängig von Herkunft, Einkommen, Alter, sozialer Schicht oder religiöser Zugehörigkeit, zu einem Nachbarschaftsfest. Es geht um Austausch und Dialog und darum, der voranschreitenden Spaltung unserer Gesellschaft dort etwas entgegenzusetzen, wo wir es am besten tun können: in unserer Nachbarschaft. So wird ein gemeinsames Zeichen für eine gute, lebendige und tolerante Nachbarschaft gesetzt und das Zusammengehörigkeitsgefühl im Viertel gestärkt.

Kostenloses Mitmach-Set

Wer mitmachen wollte, erhielt auf Wunsch ein kostenloses Mitmach-Set mit allerlei Material wie Blumensamen, Postkarten, Plakaten, einem Bingo-Spiel, Rezepten und einer Wimpelkette, per Post. Zwei Aktionen fanden am Freitag vor dem Bürgerhaus am See und dem Kinder- und Jugendzentrum Wüstenahorn statt: Der Arbeitskreis "Gemeinsam im Stadtteil", bestehend aus der Johanneskirche, Bürgerhaus, Kinder- und Jugendzentrum Wüstenahorn, BiWAQ Stabi Plus, Globus - Vielfalt im Stadtteil und dem Büro für Senioren und Ehrenamt, verschenkte an Nachbarn und Bewohner im Stadtteil Blumen-Grüße.

Die Tontöpfe waren von den Kindern der Kindergärten Tausendfüßler und Pfiffikus bemalt und von Mitgliedern des Arbeitskreises bepflanzt worden. Die Gärtnereien Trier, Götz und Renner spendet die Blumengrüße.

"Der Zusammenhalt im Stadtteil Wüstenahorn ist ein Traum", schwärmte Ingrid Marr, Leiterin des "Hauses am See". Gegenüber wohnt ihre langjährige Freundin Jennifer Weiß.

Sie stelle nach der Leerung die Müllkübel wieder an ihren Platz, nehme Pakete entgegen, kümmere sich um die Blumen am Osterbrunnen und sei auch sonst da, wenn Hilfe benötigt werde, lobte Marr. Jennifer Weiß sei eine Nachbarin, stellvertretend für viele Wüstenahorner, die immer da seien, wenn sie gebraucht werden.

Bei der Aktion am "Haus am See" konnten Bürger auch ihren Lieblingsort in der Nachbarschaft nennen. Zu fast 100 Prozent wurde hier das neu gebaute Bürgerhaus angeführt. Kaffeetrinken mit Freunden und die ideenreiche Leiterin Ingrid Marr zählten zu den Top-Punkten auf der Liste. Ingrid Marr wünscht sich für 2022 viele Nachahmer und hofft, dass der Tag der Nachbarn keine einmalige Aktion bleibe.

Nur wenige Meter entfernt freute sich das Kinder- und Jugendzentrum auf seine Nachbarn. Karl-Heinz Sosniok und Sven Wegner hatten das Zentrum schon als Kinder besucht. "Uns verbinden viele Jahre, wir grillen gemeinsam und auch ehrenamtlichen packen wir mit an", sagten die Wüstenahorner.

Sie selbst seien hier groß geworden und auch ihre Kinder und Enkel zählten zu den Besuchern des Zentrums. "Wir sind halt Nachbarn und helfen uns gegenseitig." Blühende Grüße schenkte das Familienzentrum in der Judengasse seinen Nachbarn und erneuerte damit die Anregung, die Blumensamen an einem Lieblingsplatz in der Nachbarschaft oder im Garten des Familienzentrums in die Erde zu setzen. Das Ziel: Den Insekten und den Menschen im Viertel eine Freude zu bereiten.

"Pflück dir einen Gruß aus dem Treff" heißt es derzeit im Awo-Mehrgenerationenhaus. Wer dort vorbeikommt, findet bis 4. Juni einen Gruß zum "Pflücken und Mitnehmen". Gut sichtbar am Eingang kann jeder ein Tütchen mit netten Kleinigkeiten mitnehmen und auch mal im Servicebüro vorbeischauen.