Babet und Auguste feiern Geburtstag. Als unverbesserliche Tratschweiber stehen Andrea Wehner und Gisela Klöffel seit 20 Jahren mit eigenen Programm gemeinsam auf der Bühne. Wegen Corona begehen sie das Jubiläum allerdings nur zu zweit und nicht mit Publikum. Das hätten sie zwar gerne dabei, aber den beiden Frauen wollen noch etwas warten, bis sie wieder auf der Bühne stehen. Solange bleiben die Kittelschürzen, Haarnetz und Kopftuch noch im Schrank. Wann sich Andrea Wehner und Gisela Klöffel wieder in Auguste und Babet verwandeln werden, wissen sie noch nicht. Aber es wird wohl 2022 werden, schätzt Andrea Wehner, die auf der Bühne den Part der Auguste übernimmt.

Der Fasching hat die beiden Frauen einst zusammengeführt. In Karnvelassitzungen traten sie erstmals auf und bekamen riesigen Zuspruch für ihr fränkisches Gebabbel. Und so entschlossen sich die Frauen, ihre Auftritte nicht mehr länger auf die närrische Zeit zu beschränken, sondern mit einem eigenen Kabarettprogramm vor das Publikum zu treten. Das war erstmals 2001. Gerade hinaus, gerne auch ein bisschen derb, tratschen sie seitdem über Gott und die Welt und haben ihre ganz eigene Sicht auf die Dinge, die um sie herum so geschehen. Babet und Auguste, das sind zwei Originale aus dem Dorf, sie babbeln, wie ihnen der Mund gewachsen ist und nehmen auch kein Blatt vor den Mund. Eines aber ist ihnen trotz allem wichtig: "Niemand im Publikum braucht bei uns Angst zu haben, dass er vorgeführt wird", betont Andrea Wehner. An diesen Grundsatz halten sich die Beiden von Beginn an.

Alles selbst gemacht

Andrea Wehner ist Texterin und Regisseurin, auf der Bühne übernimmt sie von Anfang an den lebhaften Part der Auguste. Babet ist die ruhige, aber nicht weniger bissig. Die Verwandlung der beiden Frauen beginnt in dem Moment, in dem sie in ihre Kittelschürzen schlüpfen. Wenn sie als Babet auf der Bühne steht, sei sie eine völlig andere Person, sagt Gisela Klöffel. "Als Gisela würde ich so etwas nie machen".

Andrea Wehner hat schon als Kind gerne zugehört, wenn sich ihre Oma mit anderen Frauen aus dem Dorf unterhielt. Damals wurde noch richtig Dialekt in Maßbach gesprochen. Andrea Wehner hat die fränkische Klangfarbe immer fasziniert und die Ausdrucksweise obendrein. Ihr kommen die Worte spielend leicht über die Lippen, während sich Gisela Klöffel immer erst einarbeiten muss. Man höre zwar auch, dass sie aus Franken kommt, mit dem richtigen Dialekt des Dorfes ist sie aber nicht aufgewachsen, erzählt Gisela Klöffel. Sie muss schon ein bisschen üben, damit ihr der das breite Fränkisch so richtig gut über die Lippen kommt. Gemeinsame Spaziergänge sind eine gern genutzte Möglichkeit, das Bühnenprogramm einzustudieren, erzählen die Frauen.

"Babet und Auguste sind unpolitisch", sagt Andrea Wehner. Das war eine bewusste Entscheidung. Sie babbeln lieber über die Probleme des täglichen Lebens, gerne auch über Männer und deren Befindlichkeiten, über Kinder und das, was frau sonst noch wissen muss. Das soll auch so bleiben, wenn sie wieder mit ihrem Programm starten. Und coronafrei wird es auch bleiben, verspricht Andrea Wehner.

Eine Maus auf der Bühne

Einen ihrer schönsten Auftritte hatten die Frauen in Serrfeld. Da ist ihnen auf der Bühne eine echte Maus in die Quere gekommen - und ausgerechnet vor Mäusen haben Andrea Wehner und Gisela Klöffel auch im wirklichen Leben Panik.In diesem Moment mischte sich Kabarett mit Realsatire. Das Publikum war aus dem Häuschen. Der Abend blieb unvergessen.

Einmal haben die beiden Frauen in ihrer Laufbahn aber auch einen richtigen Reinfall erlebt. Da sollten sie vor einer Reisegruppe mit Senioren auftreten, von denen die meisten keinerlei Interesse an diesem Abend zeigten.

Babet und Auguste haben keine Agentur, über die sie zu buchen sind. Sie organisieren alle ihre Auftritte selbst. Andrea Wehner kümmert sich zudem um die Plakatierung und die Öffentlichkeitsarbeit. "Wir sind sehr nah an unseren Gästen dran", sagt Andrea Wehner. Die beiden Frauen reißen die Eintrittskarten selbst ab und begrüßen dabei schon persönlich jeden Gast. Es ist auch schon vorgekommen, dass sie in Gastwirtschaften unmittelbar vor der Aufführung im Service eingesprungen sind. Die Arbeit hat dann gegen die Aufregung geholfen, die vor allem in den frühen Jahren recht groß war. "Am Anfang mussten wir uns immer etwas Mut antrinken", sagt Andrea Wehner. Das sei besser geworden. "Statt Sekt gibt es jetzt alkoholfreies Bier", scherzt Gisela Klöffel. Kalte Hände hat sie trotzdem noch immer vor jedem Auftritt.

Digitale Eindrücke von Babet und Auguste gibt es im Internet unter www.BabetundAuguste.de.