Franz und Bernd Müller sind in der fünften bzw. sechsten Generation Brauer- und Mälzermeister in Debring. Seit 1872 ist Gasthof und Brauerei im Familienbesitz. Den Biergenuss aus Debring gibt es allerdings bereits schon seit 1699. Beide fühlen sich nach wie vor der Tradition verpflichtet, dennoch bietet man dem Bierliebhaber eine bunte Palette fränkischer Biersorten an, bei der moderne Ideen und Trends genauso ihren Platz haben. Man legt großen Wert auf das handwerkliche Brauen und eine gute Qualität.

Sechs Biersorten werden aktuell angeboten. Großer Renner ist nach wie vor das 2004 entwickelte "Micherla", dass an den Gründer der Familientradition Michael Müller erinnern soll. Es ist ein helles naturtrübes Kellerbier mit wenig Kohlensäure. Daneben gibt es ein feinherbes Pils, ein obergäriges Weißbier, ein dunkles Vollbier, a Rot's, ein Rotbier im Trend der Craft-Biere, und natürlich darf auch ein Bockbier nicht fehlen.

Bei einem Jahresausstoß von 10 000 Hektoliter Bier gehört man eher zu den kleinen Brauereien im Landkreis Bamberg. Kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat Familie Müller noch in eine neue Flaschenabfüllanlage investiert und das hat sich als gute Entscheidung erweisen. Bier in Fässern wurde in der letzten Zeit eher wenig nachgefragt.

Das ist ein Problem, das nicht nur die Familie Müller in Debring nun hat. Geschlossene Wirtshäuser und abgesagte Veranstaltungen: Die Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus belasten die fränkischen Brauereien massiv. Vor allem die kleinen familiengeführten Brauereiwirtshäuser sowie die Brauereien, die im Schwerpunkt andere Wirtshäuser beliefern, sind besonders betroffen.

KfW-Kredit ist problematisch

Die Brauerei Müller hat keine staatlichen Überbrückungshilfen beantragt, "denn die muss man ja zurückzahlen", so der Juniorchef. Er erwartet auch nicht, dass der Gast "zukünftig zwei Karpfen ist". Letztendlich musste man von seinen Rücklagen leben und hat "geschaut, dass man sich über Wasser hält". Schon früh wurde mit dem Straßenverkauf begonnen, der zwar schleppend, aber dann doch relativ gut angenommen wurde", erläuterte Seniorchefin Erika, die zusammen mit ihrer Schwiegertochter Cornelia Müller für die Küche im Gasthaus zuständig ist. Die sonst stattfindenden Familienfeste, Vereinsfeiern und die Feiertage fehlen dann trotzdem am Ende des Jahres in der Bilanz. Wie es mit der Kirchweih und der Bockbierzeit werden wird, muss sich erst zeigen. Mit dem Bierverkauf war man, in Anbetracht der äußeren Umstände, ganz zufrieden.

1000 Euro Spenden-Zuschuss hat der Familienbetrieb nun bekommen - Geld, das der Betrieb gut brauchen kann. So wie sieben weitere Brauereien im Landkreis Bamberg auch.

Von Privatmann angestoßen

Die Spendenaktion hatte ein Privatmann und bekennender Brauereifan aus Ebersdorf angestoßen, der die Sorge hatte, dass die jahrhundertealte fränkische Bierkultur durch die Corona-Pandemie in Gefahr ist. Dieser Gedanke wurde vom Bierland Oberfranken aufgegriffen und es kamen insgesamt 21 000 Euro zusammen. Es wurden Spenden für bestimmte Brauereien überwiesen, die dann entsprechend weitergegeben wurden. 19 000 Euro konnte dann eine unabhängige Jury verteilen. Kriterien für die Vergabe waren dabei die Mitgliedschaft im Verein, kleine und familiengeführte Wirtshausbrauereien und die Veränderung der Zahl der Innen- und Außenplätzen vor und nach der Corona-Pandemie.

Allen Beteiligten ist klar, dass man mit der Geldspende keine Brauereien retten kann. Das kann nur der Gast bzw. der Verbraucher, wenn er weiter dort sein Bier kauft und die fränkische Brauerei-, Biergarten- und Wirtshauskultur unterstützt.

Die Spendenempfänger

Im Landkreis Bamberg wurden neben der Brauerei Müller mit 1000 Euro unterstützt: Brauerei-Gasthof zur Sonne (Rattelsdorf), Brauerei-Gasthof Ott (Heiligenstadt), Brauhaus Binkert (Breitengüßbach), Brauerei Wagner (Merkendorf), Brauerei Hummel (Merkendorf), Brauerei-Gasthof Scheubel - Sternbräu (Schlüsselfeld)

Brauerei Sauer (Roßdorf/Forst).

Direktspenden, in der Regel 100 Euro, erhielten aus dem Raum Bamberg: Huppendorfer Brauerei (Königsfeld), Brauerei Hübner (Steinfeld), Brauerei Fäßla (Bamberg) red