Mit 299 Kanzlerkandidaten möchte die Satirepartei "Die PARTEI" deutschlandweit in die Bundestagswahl gehen. Das war der Entschluss, nachdem die SPD im Sommer letzten Jahres - trotz geringer Erfolgschancen - ihren Kanzlerkandidaten aufgestellt hatte. Für den hiesigen Wahlkreis 248 ist die Partei diesem Ziel ein Stück nähergekommen. Die Aufstellungsversammlung fand neben dem Münnerstädter Skatepark unter der Brücke der B 287 statt.

Die Anwesenden der Aufstellung wählten Sonja Johannes aus Münnerstadt einstimmig zur "Kanzlerkandidatin". Das ist im Grunde das selbe, was bei anderen Parteien die Direktkandidaten sind. Die Münnerstädterin war 2020 bereits als Bürgermeisterkandidatin angetreten. Seit dieser Wahl sitzt Partei-Kollege Adrian Bier im Stadtrat.

Ein großes Thema für Sonja Johannes ist die Pflege. In ihren 30 Jahren Berufserfahrung war sie in Einrichtungen für Kinder, Senioren und Behinderte tätig. "In jedem Bereich braucht es mehr finanzielle und gesellschaftliche Anerkennung", findet sie. "Das Gesundheitssystem muss sich verändern." Die gesamte Situation sei besorgniserregend.

"Es braucht eine 30-Stunden-Woche für Pflegekräfte bei gleichem Gehalt und fünf extra Urlaubstagen." Ein Einstiegsgehalt von 4000 Euro könne man für die Sozialberufe generell fordern: "Damit aus Gesundheitsindustrie wieder ein Gesundheitswesen wird."

Die 51-Jährige hat auch Vorstellungen zu anderen zukunftsrelevanten Themen: bedingungsloses Grundeinkommen, Regenwassernutzung, standardmäßige Photovoltaikanlagen, und kleine Wasserstoffkraftwerke bei Neubauten, sowie: "Pfand auf alles! Zurück zur Kreislaufwirtschaft, Wegwerfmentalität ins Meer schütten." "Vielleicht eine kleine Finanztransaktionssteuer als Sahnehäubchen."

In Anbetracht der Formblätter, die zur Kandidatenaufstellung auszufüllen sind, äußert sie sich zur Einführung des generischen Femininums: "Jetzt sind wir 2000 Jahre dran." An die Kandidatenaufstellung schloss sich die Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes Bad Kissingen und des Ortsverbandes Münnerstadt an. Die Versammlung wählte Adrian Bier zum 1. Vorsitzenden beider Verbände. Der namentlich passende 2. Vorsitzende Yannic Krug trat sein Amt nicht mehr neu an. So wählten die Mitglieder Yannis Wüst einstimmig auf diesen Posten. Kassenwart wurde erneut Gabriel Düring.

Anschließend durften sich die Anwesenden weitere Posten ausdenken.

So wurde Sonja Johannes zur Beauftragten für extraterrestrische Angelegenheiten und traditionelle Werte, Tim Drignat zum Kickdrum-Kommandanten, Ellen Mützel wurde zur Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit, Marvin Wehner und Patrick Iff zu den Binnenschifffahrtsbeauftragten. red