In erstaunlicher geistiger Frische konnte jetzt Kunigunda Maria Messingschlager, geborene Kraus, im Kreis ihrer Lieben ihren 90. Geburtstag feiern. Wie viele ihrer Generation schaut sie auf ein hartes Arbeitsleben zurück und wirkt doch sehr zufrieden. Ihr Vater musste in den Krieg ziehen, sie musste dann im Mädchenalter die Kühe einspannen und auf den Feldern arbeiten, sich um die vielen Dinge auf dem Bauernhof kümmern.
Die Landwirtschaft blieb ein Leben lang ihre Leidenschaft. 1951 heiratete sie ihren Anton im Ort. In einer Zeit, wo die finanziellen Mittel nicht so üppig waren, ereilte ihre Rinder auf dem Hof die Maul- und Klauenseuche. Ihre Kühe mussten weg, der erste Schlepper kam auf den Hof. Das Wort Hobby oder Urlaub war kaum geläufig. Das Stricken bildet für sie noch immer einen schönen Ausgleich.
"Eigentlich kennt mich im Ort kaum jemand unter dem Taufnamen", erzählt sie lebhaft. Jeder im Ort nennt sie Hedwig. Da in ihrer Kindheit bereits zwei Maria im Haus waren, riefen sie die Eltern zur Unterscheidung einfach Hedwig. Der Name fand sogar in manchem offiziellen Dokument Eingang. Und es funktionierte.
Einem Sohn und zwei Töchtern schenkte sie das Leben. Bei Sohn Erich und seiner Familie verbringt sie ihren Lebensabend. Das Laufen geht nicht mehr gut. Dennoch findet sie Mittel und Wege, ihren Haushalt selbst zu gestalten und sich selbst zu versorgen. Sieben Enkel und ein Urenkel komplettieren das Familienglück.
Seitens der Gemeinde gratulierte Bürgermeister Reinhard Seeber. Für den Landkreis überbrachte stellvertretender Landrat Otto Siebenhaar die besten Glück- und Segenswünsche. Vor zwei Jahren verließ sie ihr Mann Anton für immer. "Das hat mich schon zurückgeworfen", bekennt die Jubilarin abschließend, "jetzt schaut er heute halt von oben zu". "Manches würde ich heute anders machen", meint sie rückblickend. "Aber meinen Anton würde ich immer wieder heiraten". Da wirkt die Hedwig wieder glücklich in einem erfüllten Leben. Gal