Auf einen Rundgang durch den Ort begaben sich die Rugendorfer Gemeinderäte vor ihrer Sitzung am Montagabend. Dabei konnten sich die vor einem guten Jahr zu drei Vierteln neu gewählten Gremiumsmitglieder selbst ein Bild von den vier Schwachstellen machen, die anschließend zur Beratung anstanden.

Von November 2017 bis Februar 2018 mussten die Rugendorfer ihr Wasser abkochen, nachdem coliforme Keime gefunden worden waren. Die Verunreinigung war zwar minimal, genügte aber dem Gesundheitsamt, ein Abkochgebot zu erlassen. Weitere Untersuchungen ergaben, dass zwei der vier Quellen kontaminiert waren. Deshalb wurde der Zufluss aus diesen beiden Quellen gekappt und das Wasser ab dem Hochbehälter gechlort, bis keine Keime mehr festgestellt wurden.

Dennoch besteht jetzt noch Handlungsbedarf. Die Leitung zwischen der Pfarr- und der Veithenquelle ist beschädigt. Dadurch kann Oberflächenwasser ins Wasser geraten. Die vier Quellen versorgen Rugendorf ausreichend; verbraucht werden täglich 80 bis 100 Kubikmeter, informierte Bürgermeister Gerhard Theuer. Laut Wasserwart Helmut Wunder liefern die Quellen 120 Kubikmeter am Tag.

In der Nachbesprechung des Themas beschloss der Gemeinderat, zwei Angebote für die Erneuerung der Leitung einzuholen. Außerdem soll der Weg zwischen dem Hochbehälter und den Quellen von Gestrüpp befreit werden. Immer noch steht allerdings die Erweiterung des Wasserschutzgebiets aus, mit der bereits seit längerer Zeit ein Fachbüro beauftragt ist.

Straße hat sich gesetzt

Gesetzt hat sich die Straße im Ortsteil Losau in Höhe des Anwesens 34. Nach Grabungsarbeiten und einer Kabelverlegung mussten einst zwei Bereiche neu asphaltiert werden. An den Schnittstellen dringt nun Feuchtigkeit ein, sodass zu befürchten ist, dass dort nach Frost weiterer Schaden entstehen wird. Der Gemeinderat beschloss deshalb eine sachgerechte Beseitigung.

Ein weiteres Problem besichtigten die Gemeinderäte in der Industriestraße. An mehreren Stellen sind die Bordsteine entweder niedergefahren oder ausgebrochen. Dadurch wird mit der Zeit auch die Fahrbahn Schaden nehmen. Wie eilig die Sanierung der Randsteine ist, darüber bestand zunächst keine Einigkeit im Gemeinderat. Hermann Dippold sah keinen Vorrang, es gebe noch weitere Straßen herzurichten. Martin Hohlweg wies dagegen darauf hin, dass die jetzige Behebung der Schäden in jedem Fall billiger sei als eine denkbare spätere Generalsanierung der gesamten Straße. Franz Schnaubelt betonte zudem, dass die Baupreise zurzeit kräftig steigen - "also: sobald wie möglich machen".

Bürgermeister Theuer wies zudem darauf hin, dass die Industriestraße täglich von schweren Lastern befahren wird und die Gemeinde auch Gewerbesteuer einnehme. Schließlich beschloss das Gremium, drei Angebote für eine baldige Reparatur der Randsteine einzuholen. Zudem folgte der Gemeinderat einer Anregung von Brigitte Radtke, eine Bestandsaufnahme von allen Straßenschäden im Ort zu machen.

Vierte und letzte Station war der Klärweiher unterhalb des Ortsteils Feldbuch. Mittlerweile ist nur noch der Überlauf einer einzigen Hauskläranlage angeschlossen. Der Weiher ist nun leer, auf dem Boden hat sich Klär-Sediment abgelagert. Zu überlegen wäre laut Bürgermeister Theuer, ob man das wenige noch zulaufende Wasser nicht über ein Rohr durch die Senke leiten und den Weiher dann zuschütten sollte.

Wird Weiher zugeschüttet

Dagegen wandte Hermann Dippold ein, dass man zuerst prüfen müsse, ob das Sediment nicht als Altlast gilt, die entfernt werden müsse; überhaupt könnte man den Weiher auch als Biotop erhalten, es "sauber ausbaggern und begrünen". Dem widersprach Johannes Heyl: "Das ist jetzt kein Biotop, sondern eine Sauerei." Da der Weiher noch offiziell als Klärteich gelte, müsse man ohnehin erst Rücksprache mit dem Wasserwirtschaftsamt nehmen, gab Theuer zu bedenken. Die Feldbucher seien sich jedoch einig, dass der Weiher zugeschüttet werden soll.

18 000 Euro bekommt Rugendorf aus einem Sonderprogramm für die weitere Verbesserung der Kneippanlage am Badeweiher, teilte der Bürgermeister mit.

Johannes Heyl regte hierbei an, die Abgrenzung des Nichtschwimmerbereichs zu überprüfen. Hier seien einige Rundbohlen morsch. Das wäre ohnehin eine Aufgabe im nächsten Jahr, entgegnete Theuer. Wenn der Weiher bei einer erneuten Algenblüte abgelassen werden, müsse könnte man akut schadhafte Bohlen bereits heuer austauschen.