Noch sind es nur Visionen. Aber dahinter stehen sehr konkrete Ankündigungen und Zusagen des Freistaats Bayern: Die Hochschule Coburg erhält im Rahmen der Hightech-Agena zwei Professuren für Künstliche Intelligenz und 16 Professuren für die angewandte Forschung und Entwicklung. Gleichzeitig will sie im Sommer mit der Fakultät "Ganzheitliche Gesundheitswissenschaft" an den Start gehen und im Herbst mit der Hebammen-Ausbildung beginnen, kündigte Hochschulpräsidentin Christiane Fritze am Freitag an.

Für all die Professoren, Mitarbeiter, Sekretärinnen und Studierenden braucht die Hochschule Platz: Büros, Labore, Lehrsäle. Außerdem ist geplant, im Zuge der Sanierung auf dem Campus Friedrich Streib die Studiengänge des Bereichs Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik nicht nur vorübergehend auszulagern, sondern komplett umzusiedeln. Der ehemalige Schlachthof war zunächst als Interimsstandort gedacht. Nun sollen dort innerhalb der nächsten zwei bis vier Jahre ein Modulbau und ein Ersatzbau für die technischen Studiengänge entstehen. Dafür liegen die Finanzierungszusagen bereits vor, sagte Präsidentin Fritze - passenderweise in der Baustelle am Schlachthof: Die frühere Kühlhalle an der Itz wird derzeit zum Werkstätten- und Bürogebäude für die "Creapolis" der Hochschule und das Digitale Gründerzentrum Zukunft.Coburg.Digital hergerichtet.

Doch der Modulbau und der Ersatzbau werden nicht reichen: Die Hochschule rechnet mit einem Platzbedarf von 23 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Das geht weit über das Gelände des früheren Schlachthofs hinaus: Bis zur alten Pakethalle und dem im Bau befindlichen Globe wolle die Hochschule sich ausdehnen, sagt Fritze. Die Stadt ist bereit, das Gelände zur Verfügung zu stellen: Der Krisensenat des Stadtrats fasste bereits im Januar den entsprechenden Beschluss. Die staatseigene Immobiliengesellschaft und das Staatliche Bauamt seien informiert, sagt Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD). "Jetzt liegt es am Freistaat Bayern, die nötigen Mittel bereitzustellen."

Wenn es nach der Hochschule geht, ist das Gelände innerhalb der nächsten zehn Jahre entwickelt. Auch das Globe und die zugehörigen Nebengebäude, die ebenfalls gerade im Bau sind, stehen mit auf der Wunschliste. Allerdings muss bis dahin die Generalsanierung des Landestheaters abgeschlossen sein, denn das Globe wird als Interimsspielstätte dienen. Die Hochschule könne sich auch vorstellen, die alte Pakethalle zu nutzen, sagt Markus Neufeld, Chef der Creapolis. Das Gebäude gehört der Stadt.