Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Hof-Bayreuth, zu dem auch der Landkreis Kulmbach gehört, ist saisonbedingt gegenüber dem Vorjahr gesunken - um 734 auf 10 718. Die Vorkrisenwerte des Jahres 2019 sind allerdings noch nicht wieder erreicht.

"Die meisten Arbeitnehmer, die über die Wintermonate witterungsbedingt entlassen wurden, sind an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Dies trifft vor allem auf das Baugewerbe und den Forstbereich zu. Das Handwerk hat überwiegend gefüllte Auftragsbücher. Die Arbeitskräfte aus der Gastronomie und der Tourismusbranche hingegen warten weiterhin darauf, ihre Arbeit wieder aufnehmen zu können. Einige davon weichen bereits auf Arbeitsstellen in berufsfremden Bereichen aus", so Agentur-Chef Sebastian Peine zur Situation der Saisonbeschäftigten.

Arbeitslosenquote gesunken

Die Arbeitslosenquote sank im vergangenen Monat um 0,3 auf 4,2 Prozent. Sie lag somit 0,4 Prozentpunkte unter dem April-Wert 2020. Bei der Bewertung der aktuellen Zahlen ist Peine zufolge ein Blick auf das Vorkrisenjahr 2019 sinnvoll. "Der Abbau der Arbeitslosigkeit im April ist sehr erfreulich, dennoch sind in der Region 22 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im April 2019."

Immerhin hat die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen wieder kräftig zugenommen. So wurden im April mit 1833 fast doppelt so viele offene Stellen gemeldet als vor einem Jahr. Die Nachfrage nach Arbeitskräften erfolgte vor allem aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Handel, dem Bereich Erziehung und Unterricht und aus dem Gesundheitswesen heraus. Zusätzlich nutzten die Unternehmen verstärkt die Möglichkeit, Mitarbeiter über Zeitarbeitsunternehmen zu gewinnen. Der Stellenbestand lag insgesamt bei 6270.

Der Großteil der Arbeitsstellen war für Fachkräfte ausgeschrieben. "Der Fachkräftemangel in der Region schreitet auch während der Pandemie voran", so Peine, der darauf verweist, dass eine Weiterqualifizierung auch während Kurzarbeit möglich ist.

Lebenslanges Lernen werde auch für gut ausgebildete Arbeitskräfte immer wichtiger. Unternehmen sollten diese geförderte Chance nutzen, um ihre Belegschaft zukunftssicher aufzustellen.

"Ein Beratungsgespräch mit der Agentur für Arbeit lohnt sich in jedem Fall", empfiehlt Sebastian Peine den Unternehmern in der Region.

Die aktuellsten Zahlen über den tatsächlichen Bezug von Kurzarbeit liegen mit rund 18 300 Personen für Dezember 2020 vor, was einem Anteil von 9,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entsprach. Die hochgerechneten Daten zeigen, dass hiervon 2270 Betriebe betroffen waren.

192 Millionen Kurzarbeitergeld

Seit Beginn der Pandemie hat die Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof die lokalen Unternehmen mit insgesamt gut 192 Millionen Euro an Kurzarbeitergeld und Sozialversicherungsbeiträgen unterstützt und damit die Arbeitsplätze der Beschäftigten gesichert.

Auf dem Ausbildungsmarkt der Region sind seit Oktober 2101 junge Menschen mit Hilfe der Berufsberatung auf der Suche nach einem passenden Aus-bildungsplatz. Ihnen steht ein Gesamtangebot von 3628 gemeldeten Ausbildungsstellen gegenüber. Derzeit sind noch 1008 Jugendliche auf der Suche, 1976 Lehrstellen sind aktuell noch zu besetzen. Das entspricht einem Verhältnis von 1,96 Stellen je Jugendlichem.

Die Lage in Kulmbach

Im Landkreis Kulmbach ging die Zahl der Arbeitslosen saisonal bedingt und auch im Vergleich zum Vorjahr zurück. Jedoch waren 14 Prozent mehr Menschen arbeitslos gemeldet als im April 2019.

Während im Rechtskreis SGBIII die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent sank, stieg sie im Rechtskreis des SGB II um 12 Prozent an.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften zog im Berichtsmonat wieder an. Die Firmen aus der Region Kulmbach meldeten 177 freie Arbeitsplätze. Diese wurden aus den Bereich des verarbeitenden Gewerbes, dem Handel, dem Gesundheitswesen und der Zeitarbeitsbranche gemeldet.