Viele junge Leute können sich mit dem Musikgeschmack der Älteren nicht gleich anfreunden. Denn Volksmusik oder deutsche Schlager sind nicht unbedingt die Musikstile, die auch Jugendliche und junge Erwachsene im ersten Moment ansprechen.
Auch Hans Engeln ging es damals so, als er die Musik aus dem elterlichen Radio hörte. Und doch ist es die Musik, gerade das richtig alte deutsche Liedgut, das in dem Verein gesungen wird, in dem Engeln mittlerweile der Vorsitzende ist.
Das Liedgut gehört zur Generation der Vereinsgründung und vor allem zur Tradition und zur Wahrung des Brauchtums, für das der Männergesangverein Lilling-Sollenberg steht.
Doch auch die Sänger älteren Jahrgangs seien dem Neuen gegenüber aufgeschlossen und durchaus motiviert, modernere Lieder einzuüben, erzählt Engeln. Ob "Griechischer Wein" von Udo Jürgens, irische Volkslieder oder Klänge wie von Hubert von Goisern, der Gesangsverein versuche sich immer wieder in Neuem.
"Wenn man neue Lieder einstudiert, braucht man Zeit und Übung", erklärt der Vorsitzende des Vereins. Diese Zeit zum Proben haben sie noch bis April.


Proben pausieren im Sommer

Denn der Männergesangverein (MGV) Frohsinn trifft sich immer nur von Oktober bis April zur traditionellen Singstunde in Lilling oder Sollenberg. Viele Sänger sind nämlich Landwirte und haben in den Frühjahrs- und Sommermonaten wenig Zeit zum Einstudieren neuer musikalischer Ideen.
Außerdem bedürfe es eines geeigneten Chorleiters. Und wie die 61-jährige Vereinsgeschichte zeige, sei es nicht erst einmal notwendig gewesen, nach Georg Senger einen guten Chorleiter zu finden. Dessen Stellvertreter Josef Pavlitschek begleitete die Sänger oft mit der Violine. 1955 konnten ihn die Sänger zu Sengers Nachfolger überreden, denn der Vereinsgründer wurde beruflich versetzt. Doch schon fünf Jahre später starb Pavlitschek und wieder musste ein neuer Chorleiter gefunden werden. Georg Meinhardt aus Gräfenberg, der nicht nur Akkordeon spielte, sondern richtige komödiantische Einlagen gab und deshalb "Bimbo" genannt wurde, kam als Nächster. Ihm folgte Bruno Riegel aus Igensdorf und dann Alfred Trautner aus Walkersbrunn bis zur 50-Jahr-Feier des MGV Frohsinn. Mit Karola Klinger-Summerer kam zum ersten Mal eine Frau als Chorleiterin zum Verein. Und "sie bereitet uns gut auf unsere Auftritte vor", loben die Männer. map