"Im Landkreis Kulmbach setzt sich der positive Trend fort und die Arbeitslosigkeit sinkt kontinuierlich", lautet die erfreuliche Monatsbilanz von Agenturchef Sebastian Peine. In Zahlen bedeutet das: 1394 Personen waren im Juni 2021 arbeitslos gemeldet (im Vormonat Mai waren es 1468 und im Juni 2020 lag diese Zahl bei 1695). Die Arbeitslosenquote gibt die Agentur aktuell mit 3,4 Prozent an (im Mai 2021 wurde die Quote auf 3,6 beziffert und vor einem Jahr auf 4,1 Prozent).

Laut Agentur konnten jetzt auch Selbstständige wie beispielsweise Finanzdienstleister, Berufskraftfahrer oder Kräfte des Baunebengewerbes nach Abflachen der Pandemie ihre Tätigkeiten wiederaufnehmen.

Einige Arbeitnehmer möchten sich beruflich verändern, weil sie sich verbesserte Arbeitsbedingungen versprechen. Jedoch gelingt das nicht immer nahtlos, so dass eine kurze Phase der Arbeitslosigkeit in Kauf genommen werden muss.

An- und ungelernte Kräfte aus dem Bereich Lager sowie aus der Metallbe- und -verarbeitung meldeten sich oft nach sehr kurzer Beschäftigungsdauer. Viele Arbeitslosmeldungen erfolgten von älteren Arbeitnehmern, oft nach Erschöpfen des Anspruchs auf Krankengeld.

Für die Dauer der bayerischen Sommerferien haben sich bereits Schulassistenten und Schulwegbegleiter arbeitslos gemeldet. Weiterhin kamen Studienabsolventen und Absolventen von Meister- und Technikerschulen auf die Arbeitsagentur zu, weil sie bisher noch keinen adäquaten Arbeitsplatz gefunden haben.

Nachfrage nach Arbeitskräften

Die Nachfrage nach Arbeitskräften war mit 177 Stellenzugängen saisonüblich etwas geringer als im Vormonat, aber deutlich größer als vor einem Jahr. Händeringend wird nun Personal für das Hotel- und Gaststättengewerbe gesucht, gefragt sind insbesondere Köche, Küchenhilfs-, Reinigungs- und Servicekräfte. Weiterhin suchen die Arbeitgeber des Bauhaupt- und -nebengewerbes handwerkliche Fach- und Hilfskräfte. Metallbauer, Anlagenbauer, Gas-/Wasserinstallateure, Werkstatt- und Elektromeister haben gute Einstellungsaussichten. Der kaufmännische Sektor benötigt Fachkräfte für Vertrieb und Marketing. Hier sind laut Agentur allerdings oft perfekte Fremdsprachenkenntnisse in Englisch sowie Französisch, Spanisch und Portugiesisch gefordert.

Gefragt sind überdies Fachleute für die Bereiche Verwaltung, Personal, Lager und Labor. Erhöhten Arbeitskräftebedarf hat auch weiterhin das Gesundheits- und Sozialwesen.

Leichter Anstieg

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag im Landkreis Kulmbach Ende Dezember 2020 bei 28 210 Personen. Das sind 77 Beschäftigte mehr als im Vorjahresquartal 2019. Die stärkste Zunahme war mit einem Plus von 127 Arbeitnehmern im Baugewerbe zu verzeichnen. Am stärksten rückläufig war die Beschäftigung im verarbeitenden Gewer-be (minus 182 Beschäftigte). red