Die Aussage klang verblüffend. "Wir sind nach Corona besser aufgestellt als vorher", sagte Bürgermeister Roland Wolfrum mit Blick auf die gastronomische Situation in Stadtsteinach. Bei der Jahreshauptversammlung des Verbands Tourismus Steinachtal führte Wolfrum dies auf die Tatsache zurück, dass Gastwirtschaften in der Pandemie-Zwangspause umgestaltet oder neu gegründet wurden.

Der Bürgermeister belegte dies mit dem Hinweis darauf, dass sich in der ehemaligen Kreisstadt in den zurückliegenden Monaten einiges getan habe. So wurde das "Scharfe Eck" in Oberzaubach, in dem eine Tagespflegeeinrichtung untergebracht war, zu einem Gästehaus umgerüstet. Das "Tennisstüberl" bekam ein neues Outfit und neue Pächter. Gastronomische Angebote gibt es auch im TSV-Sportheim, am Campingplatz und in der "Waldschänke". Und das Landhotel "Lindenhof" im Salem-Areal öffnete mit neuen Betreibern heuer seine Pforten. "Wo wir noch nachschieben müssen, ist bei der Situation rund um den Marktplatz." Dort hatten in jüngerer Vergangenheit etliche Betriebe geschlossen. Durch die neue Umgehungsstraße ergäben sich neue Chancen und Möglichkeiten im Stadtzentrum.

Mit Ausgaben von mehr als einer Million Euro wird das Freibad ertüchtigt. Die alte Technik wird entfernt, künftig dient eine Kombination aus Solaranlage und Pelletsheizung als Wärmequelle.

Gruseltour zur Burgruine

Tourismus-Beauftragter Max Haueis wies auf den 4. September hin, wenn im Rahmen des Frankenwaldtags acht Einzelaktionen auf Stadtsteinacher Boden stattfinden. Dazu zählen eine Stadtführung, Wanderungen und eine Gruseltour zur Burgruine Nordeck.

Eingangs hatte sich Vorsitzender Leo Will über diverse Initiativen gefreut. Er nannte die Revitalisierung des "Lindenhofs" durch die Eheleute Max und Heike Zuber und die Fortführung der "Waldschänke". Lob gab es auch für die Handy-App "Erlebnisachse Steinachtal", über die Sehenswürdigkeiten und Wanderstrecken digital abrufbar sind.

Die Verbandstätigkeit möchte Leo Will mit neuem Schwung fortführen. So billigten die Mitglieder einen Vorschlag, nach dem für die Kalenderjahre 2021 bis 2023 keine Beiträge erhoben werden. Dies soll zu einem Zuwachs an Mitgliedern führen. Die Wirkung ließ nicht auf sich warten: Spontan erklärten Max und Heike Zuber ihren Beitritt.

Die Wahlen endeten ohne tiefgreifende personelle Veränderungen: Vorsitzender Leo Will, Stellvertreter Sepp Madl und Benno Dressel, Schriftführerin Christine Martin, Beisitzer Dieter Spindler und Andrea Schübel. Die Kassengeschäfte führt fortan Max Haueis für Judith Büttner.

Stellvertretender Vorsitzender Sepp Madl referierte über die Geschichte der Postbauten. Ihre Geburtsstunde schlug 1937, als der damalige Reichspostminister den Anstoß gab, in Stadtsteinach ein Posterholungsheim zu gründen. Darauf wurde eine Fläche von 5,9 Hektar erworben. In den Wirren des Zweiten Weltkriegs entwickelten Ingenieure in den fünf Gebäuden neue Funkgeräte. In den Folgejahren nutzen unterschiedliche Betreiber die Postbauten. Seit 1970 besitzt die Bruderschaft Salem den Komplex, der von fünf auf drei Gebäude reduziert wurde.

Der Deckenreuther Unternehmer Benno Dressel erwarb in jüngster Vergangenheit eine Teilfläche von 1,8 Hektar mit Reihenhäusern und den "Lindenhof"-Komplex, der jetzt gastronomisch genutzt wird. Zudem betreut der Kindergarten hier eine Gruppe.