Die Gemeinde Untersteinach möchte ein Storchennest sowie eine Kneipp-Anlage samt Wassertretbecken und Barfußpfad bauen.

Meister Adebar fühlt sich in Untersteinach offenbar wohl. Nicht nur auf den Wiesen tummeln sich immer wieder die beliebten Zugvögel, manchmal sitzen sogar mehrere Störche auf dem Kirchendach. Jörg Ehrhardt (SPD) hatte nun einen förmlichen Antrag eingebracht: "Hiermit stelle ich den Antrag auf Errichtung eines Storchennests in Untersteinach."

Ehrhardt hatte sich im Vorfeld bereits mit dem Kreisvorsitzenden des Landesbunds für Vogelschutz, Erich Schiffelholz, getroffen und das Feuerwehrhaus Untersteinach als möglichen Standort ins Gespräch gebracht. Dieses liege mitten im Ort, sei gut sichtbar und könnte auch sehr gut von den Vögeln angeflogen werden. "Man müsste jetzt noch die Statik überprüfen", sagte Ehrhardt, der eine Unterkonstruktion aus Eichenholz vorschlug.

Verzicht aufs Sitzungsgeld?

Nicht zuletzt weil es in Bayern nur noch 650 Storchenpaare gibt, zeigten sich Gremiumsmitglieder begeistert. Hans-Peter Röhrlein (CSU) sagte seine Unterstützung bei der Konstruktion und der Überprüfung der Statik zu. Markus Stumpf (SPD) regte sogar an, dass die Räte auf ihre Sitzungsgeld verzichten sollten, um eine finanzielle Grundlage für die Realisierung dieses Vorhabens zu schaffen - und viele stimmten zu.

Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) freute sich, dass man das Holz für die Konstruktion zum Selbstkostenpreis bekommen könnte. Bis Ende Januar solle das Storchennest realisiert werden.

Doch Markus Weigel (FW-WGU) konnte sich mit dem Standort nicht anfreunden. Er hatte Bedenken, dass die Störche die Gäste des nahegelegenen Restaurants stören könnten. "Ich finde die Idee gut, aber ich bin über den Standort nicht glücklich", sagte Weigel.

Helmut Bergmann (FW-WGU) brachte maibaumähnliche Masten, wie sie in Spanien aufgestellt werden, ins Gespräch. Und Thomas Rosenberger (UBG) regte an, doch einmal das nahe Steinsilo als möglichen Storchennistplatz zu prüfen.

In jedem Falle solle der Gedanke weiterverfolgt werden, beschlossen die Räte. Die Standortfrage könne noch zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden, hieß es.

Einen weiteren Vorschlag brachte Markus Weigel ein. Er schlug vor, an der Peuntwiese eine Kneippanlage mit Wassertretbecken und Barfußpfad zu installieren beziehungsweise zu überprüfen, ob solch eine Anlage auch finanziell realisierbar wäre. Weigel betonte, dass Pfarrer Sebastian Kneipp im kommenden Jahr seinen 200. Geburtstag feiern würde und das Wassertreten positive gesundheitliche Effekte habe. Er sah eine mögliche Attraktivierung des Ortskerns, auch wenn es in Bayern schon mehr als 80 solcher Kneippanlagen gibt.

Wer sorgt für Sauberkeit?

Ein mögliches Probleme könnte die Sauberhaltung sein, gab Volker Schmiechen zu bedenken. Der Bürgermeister betonte, dass der Gemeinderat aus diesem Grund in der Vergangenheit von einer Realisierung abgesehen habe. "Man könnte die Reinigung vielleicht über Gebühren von 50 Cent oder so regeln - vielleicht durch ein Drehrad, durch das man ins Kneippbad gehen kann", warb Weigel dennoch für seine Idee.

Schützenhilfe bekam er von Helmut Bergmann, der vorschlug, das Kneippbecken mit "überschüssigem Wasser" zu füllen. Dies jedoch hielt Hans-Peter Röhrlein für keine gute Idee, denn Kneippbecken lebten von durchfließendem Wasser. "Wir sollten die Idee weiterverfolgen, sollten uns aber noch intensiver mit der Standortfrage befassen", merkte an. Während Rüdiger Hollweg (CSU) in Enten ein mögliches Problem sah, brachte Thomas Rosenberger (UBG) den Bereich der alte Kläranlage als möglichen Standort ins Gespräch.

"Sicherlich wird sich so eine Anlage nicht von heute auf morgen realisieren lassen", gab auch Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) zu bedenken. Die Räte kamen überein, die Idee weiterzuverfolgen. Markus Weigel verspricht sich auch eine positive Außenwirkung für Untersteinach.