Rechtzeitig vor dem Wintereinbruch konnten alle bauausführenden Firmen ihre Arbeiten abschließen - nun steht ein neuer Aussichtsturm auf dem Zabelstein. Der Turm in Holz-Stahlbauweise fügt sich gut in die Landschaft ein und sollte eigentlich noch heuer für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Aufgrund der aktuellen Pandemie muss der Eröffnungstermin allerdings verschoben werden, wie das Landratsamt in Schweinfurt in einer Pressemitteilung erklärt. "Der Turm ist fertig, aber aufgrund der Corona-Situation ist es leider nicht möglich, ihn wie geplant für den Publikumsverkehr freizugeben", erklärt Landrat Florian Töpper. "Was das betrifft, bitte ich noch um ein wenig Geduld. Schauen wir derweilen auf das Positive: Die Bauarbeiten sind nach Plan verlaufen, der Turm entspricht neuesten Sicherheitsstandards und optisch ist das Bauwerk ein echter Hingucker."

An der Grenze zweier Landkreise

Dass die Mitteilung über die Fertigstellung aus dem Landratsamt in Schweinfurt kommt, hat einen einfachen Grund: Das ganze Areal liegt im Landkreis Schweinfurt - genau an der Grenze zum Kreis Haßberge.

Der Zabelstein ist mit circa 483 Metern die höchste Erhebung des nördlichen Steigerwalds und sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen aus nah und fern ein beliebtes Ausflugsziel im südlichen Landkreis Schweinfurt. Ein erster Aussichtsturm auf dem Zabelstein wurde bereits im Jahr 1956 errichtet. Diesem Aussichtsturm folgten noch zwei weitere Türme. Der neu gebaute Aussichtsturm ist demnach bereits der vierte Turm an der gleichen Stelle. Wie der alte bietet auch der neue Turm von seiner Aussichtsplattform eine wunderbare Fernsicht in das Steigerwaldvorland, bei klarem Wetter bis in das Maintal, auf die Haßberge und in die Rhön.

Wann wird der neue Zabelsteinturm geöffnet? Das steht aufgrund der aktuellen Corona-Situation noch nicht fest. Selbstverständlich wird die Verwaltung die aktuelle Corona-Lage im Blick haben und den Aussichtsturm so bald wie möglich zum Besuch freigeben.

Die Kosten für den neuen Aussichtsturm bleiben nach aktuellem Stand im Kostenrahmen und wurden (zunächst) vom Landkreis Schweinfurt übernommen. Dem Landratsamt steht für den Turmbau sowie begleitende Maßnahmen (Informationstafeln) ein Gesamtbudget in Höhe von 475 000 Euro zur Verfügung, inklusive möglicher Fördergelder. Was die Fördergelder betrifft: Das bayerische Umweltministerium hat dem Naturpark Steigerwald als Maßnahmenträger eine Förderung in Höhe von 230 000 Euro für den neuen Turm in Aussicht gestellt. Dies entspricht einem Fördersatz von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.

Den Grundriss des neuen Aussichtsturms mit einer Gesamthöhe von etwa 19,50 Metern bildet ein regelmäßiges Sechseck mit einer Seitenlänge von etwa zwei Metern. Die Außenstützen auf den sechs Eckpunkten sind in Brettschichtholz ausgeführt, was die gebogene Form ermöglicht. Für die horizontalen Querträger zwischen den Stützen sowie die Aussteifungsdiagonalen wurden schlanke Stahlquerschnitte verwendet. Zudem wurde für die hochbelastete Treppenanlage korrosionsgeschützter Stahl genutzt. Ab einer Höhe von 11,25 Metern sind die Holzstützen nach außen gebogen, so dass sich das Sechseck bis auf eine Seitenlänge von etwa vier Metern aufweitet. Dadurch entsteht die notwendige Fläche für die Aussichtsplattform.

Aufwendige Arbeiten

Um die im Werk vorgefertigten Bauteile und den Kran für die Montage in einem ersten Schritt bis zum Turmstandort transportieren zu können, mussten die Wege vom Zabelsteinparkplatz aus ertüchtigt werden. Der Leiter des Hochbauamts des Landkreises Schweinfurt, Frank Hart, berichtet, dass der Transport der Brettschichtholzstützen ohne diese Vorarbeiten nicht möglich gewesen wäre. "Trotz der Vorarbeiten ging es aber immer noch sehr knapp zu. Wir hätten keinen Zentimeter weniger ertüchtigen dürfen. Fast wäre ein nicht stammbündig zurückgeschnittener Aststummel mit den Bindern beim Transport kollidiert."

Der neue Turm ist errichtet worden, da der Vorgängerturm nicht mehr sicher war. Zum Jahreswechsel 2017/2018 wurde der Vorgängerturm aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt. Eine Überprüfung der Statik durch externe Fachleute hatte gezeigt, dass der Turm erhebliche Mängel aufwies. Weitere Untersuchungen zeigten, dass bei einer Sanierung Kosten und Nutzen in keinem vertretbaren Verhältnis gestanden hätten. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung auf den Neubau. red