Haßfurt — Trotz der hohen Investitionen in den Hochbau will der Landkreis Haßberge auch den Tiefbau, sprich Straßen und Brücken, nicht vernachlässigen. "Das holt uns nur ein, wenn wir da ein paar Jahre lang nachlassen", sagte Landrat Wilhelm Schneider (CSU) in der gestrigen Sitzung des Kreistag-Bauausschusses im Landratsamt in Haßfurt, in der es um den Austausch von insgesamt vier Projekten innerhalb des Ausbauplans des Landkreises ging.
Die mittelfristige Finanzplanung des Landkreises sieht vor, jedes Jahr zwei Millionen Euro in die Straßen zu investieren, davon eine Million Eigenmittel des Kreises. Als der Ausbauplan im vergangenen Jahr vom Kreistag fortgeschrieben wurde, bekam er die Klausel, dass bei Verzögerung von Projekten andere vorgezogen werden sollen. Das verhindert, dass sich die Projektliste insgesamt verzögert, und gewährleistet eine gleichmäßige Haushaltsabwicklung.
Für heuer war eigentlich die Sanierung der Barockbrücke in Frickendorf vorgesehen. Die Maßnahme verzögert sich allerdings, weil das Denkmalamt Forderungen gestellt hat, die zunächst technische Prüfungen nach sich ziehen, "und außerdem wollen wir natürlich nicht am Ende mit den doppelten Baukosten und ohne Förderung dastehen", so der Chef der Tiefbauverwaltung, Alfons Schanz.

Gleiche Bezuschussung

Er schlug daher vor, die Brücke für 2016 einzustellen und stattdessen die Kreisstraße HAS 39 zwischen Stöckach und Neuses in diesem Jahr auszubauen. Die technische Planung für die relativ unproblematische Freistrecke sei fast fertig und könne schnell eingereicht werden. Dazu kommt, dass die Maßnahme zwar teurer ist als die Brücke, "wir aber mit dem gleichen hohen Zuschuss-Satz von 59,14 Prozent rechnen können wie im letzten Jahr", so Schanz. Außerdem sei bei der Ausschreibung mit günstigen Angeboten zu rechnen, weil der Bitumenpreis derzeit niedrig ist.
Den zweiten Tausch hat die Marktgemeinde Burgpreppach beantragt, sie möchte die Ortsdurchfahrt Ueschersdorf 2016 und die Ortsdurchfahrt Hohnhausen erst 2018 angehen. Planerisch stelle das kein Problem dar, so Schanz, so dass der Bauausschuss beiden Änderungen des Ausbauplans zustimmte.
Im nächsten Jahr soll der Nahverkehrsplan für den Landkreis Haßberge erstellt sein und kann dann diskutiert und in Abschnitten umgesetzt werden, informierte Susanne Lutz aus dem Sachgebiet Öffentlicher Personennahverkehr. Außerdem hofft der Landkreis auf möglichst baldige Aufnahme in den Verkehrsverbund Nürnberg/VGN.
Da die Umsetzung des Nahverkehrsplans sicher auch Änderungen von Linien mit sich bringt, ist es das Ziel der Kreisverwaltung, derzeit keine langfristigen Lizenzen mehr zu vergeben. Einer Laufzeitbegrenzung bis spätestens 2020 für die sechs Linien, deren Konzession im kommenden Jahr ausläuft, stimmte der Ausschuss einmütig zu. Ob 2020 nicht zu spät sei, fragte Kreisrat Thomas Stadelmann. Eher nicht, meinte Landrat Schneider. Da bei einer Neustrukturierung des ÖPNV nicht nur die betroffenen Kommunen, sondern auch der VGN und die Busunternehmer eingebunden werden müssten, eventuell bei bestimmten Themen sogar die Bahn, werde es Geduld brauchen in der Umsetzung des Nahverkehrsplans.

Neue Busverbindung?

In diesem Zusammenhang brachte Kreisrat Willi Sendelbeck eine schnelle Busverbindung von Ebern nach Haßfurt in Erinnerung. Den Bedarf dafür könne man mal ermitteln, meinte Susanne Lutz. Zwar ist Ebern mit dem Bus nach Haßfurt angebunden, die Zeiten sind aber auf die Erfordernisse der Berufsschüler abgestimmt, in den Ferien fährt dieser Bus nicht.
Ein relativ trostloses Bild gibt der Umgriff der Altenpflegeschule in Hofheim ab. Fast komplett asphaltiert sind die Außenanlagen. Dieser Asphalt ist zudem an vielen Stellen marode, bildet Stolperstellen und leitet das Wasser Richtung Gebäude, wo sich schon erste Schäden abzeichnen. Die Treppe zum Pausenhof ist schadhaft und der Pausenhof ist alles andere als einladend, da ebenfalls asphaltiert. Johannes Bayer vom Sachgebiet Gartenkultur und Landespflege hat eine Planung für die Außenanlagen erstellt, in die auch ein Schülerprojekt einbezogen werden soll. Einschließlich der neuen Treppe schätzt er die Kosten auf 88 000 Euro. Bayer rechnet mit Entsorgungs- und Materialkosten von rund 40 000 Euro; die Arbeiten wird der kreiseigene Grünpflegebetrieb ausführen. Der Kreistag-Bauausschuss stimmte zu. sw