Bei Weiss stehe der Mensch im Mittelpunkt und sehr viel werde getan, damit sich jeder Mitarbeiter mit seinem Arbeitsplatz identifizieren kann. Dies hatte die Geschäftsführung des Maroldsweisacher Unternehmens bei einer Betriebsbesichtigung im Spätsommer 2019 betont, über die der FT berichtete. Gerade diese Fürsorge für die Belegschaft scheint dem Spindelfertiger unter neuer Führung abhanden gekommen zu sein. Umsatzeinbußen und wirtschaftliche Nöte durch den Niedergang der Automobilbranche leugnet niemand ab. Dass Firmen reagieren, gegebenenfalls Stellen abbauen müssen, ist eine Konsequenz. Aber eben sozialverträglich und menschlich. Bis 2023 sollen bei Weiss 70 Stellen gestrichen werden. Eine erste Frist für das Unterschreiben von Altersteilzeit- und Auflösungsverträgen wurde laut FT-Informationen für den März 2021 gesetzt, vorerst angeblich alles freiwillig. Doch Mitarbeiter berichten schon jetzt von Einschüchterungen, Druck, vergiftetem Klima und Angst. Jeder ist froh, wenn es ihn nicht trifft, noch nicht. Eine Atmosphäre, die dem Umbau-Prozess gewiss nicht zuträglich ist.

e.kiesewetter@infranken.de