Seit zehn Jahren gehört Wirsberg der "Cittaslow"-Bewegung an. Erstmals war der Markt Gastgeber der Frühjahrstagung dieser internationalen Vereinigung, in der sich lebenswerte Städte und Gemeinden zusammengeschlossen haben.
Zur Tagung in "Herrmann's Romantik Posthotel" waren neben dem Präsidenten der "Cittaslow"-Vereinigung Deutschland, Manfred Dörr aus Deidesheim, auch Teilnehmer aus Bad Schussenried, Penzlin/Marihn, Hersbruck, Waldkirch, Bischofsheim, Nördlingen, Maikammer, Meldorf, Schneverdingen, Lüdinghausen, Bad Essen und Spalt angereist.
Die aus dem Slow-Food-Gedanken hervorgegangene Bewegung ist 1999 in Italien gegründet worden. Hauptziele sind die Verbesserung der Lebensqualität und das Verhindern der Vereinheitlichung und Amerikanisierung. Die lokalen Identitäten sollen bewahrt, Traditionen gepflegt, regenerative Energien und der Tourismus gefördert werden.


Ideale Plattform

Für Bürgermeister Hermann Anselstetter bietet "Cittaslow" dem Luftkurort eine ideale Plattform für ein qualitätsorientiertes Ortsmarketing. Sternekoch Alexander Herrmann unterstützte von Anfang an die Mitgliedschaft. Seit 2007 hat Wirsberg schon viele Projekte, Aktivitäten und Veranstaltungen unter der Marke "Cittaslow" durchgeführt. Es kamen in all den Jahren auch schon viele Einzelpersonen und Gruppen in den Ort, die sich für die "Cittaslow"-Kommune interessierten - darunter war sogar ein Städtebauforscher aus Taiwan.
Nach der Frühjahrstagung zogen Präsident Manfred Dörr und Hermann Anselstetter ein kurzes Fazit. Dörr lobte die tolle Lokation und die Gastfreundschaft der Marktgemeinde. "Die haben wir sehr genossen. Wir hatten auch ein schönes Rahmenprogramm. Neben den üblichen Regularien ging es uns vor allem darum, wie wir unsere Vereinigung weiter entwickeln wollen. Dabei haben wir uns darauf geeinigt, dass die Qualitätskriterien weiterhin im Vordergrund stehen müssen."


Gegen explosives Wachstum

Man wolle kein explosives und schnelles Wachstum, sondern ein normales, langsames Wachstum wie es auch der Philosophie von "Cittaslow" entspreche. Die Vertreter aller Gemeinden berichteten darüber, wie die Entwicklung derzeit läuft und wie man den Gedanken von Cittaslow in die Kommunalpolitik weiter implentiere.
Neu aufgenommen in das deutsche Netzwerk wurden Schneverdingen in der Lüneburger Heide und Maikammer in Rheinland-Pfalz.
Hermann Anselstetter meinte, Wirsberg sei "sehr glücklich, dass wir dabei sind". "Cittaslow" sei wie eine Vitaminquelle für mehr Lebensqualität. Die Austragung der Tagung sei eine besondere Ehre im zehnten Jahr der Mitgliedschaft. Der Bürgermeister dankte Alexander Herrmann und seiner Familie für die Gastfreundschaft.
Am Abend traf man sich noch zu einer gemeinsamen Fahrt mit dem über 50 Jahre alten ehemaligen Mikafa-Wohnmobil von Wolfgang Wagner, dem Enkel des Komponisten Richard Wagner, zum urigen Dorfwirtshaus mit Brennerei der Familie Steinlein in Neufang. Rei.