Die Stadt hat Planer beauftragt, Konzepte für die Gestaltung des Stadtkerns zu entwickeln. Einer der Schwerpunkte: Das Umfeld des Rathauses. Was die Planer sich dafür vorstellen, stieß nicht bei allen Mitgliedern des Bausenats auf Begeisterung.

Mehr Bäume und Blumen auf den Bürgerplatz, mehr Sitzgelegenheiten und Gastronomie - vor allem für draußen. Das hatten sich die Bürger bei einer Umfrage gewünscht. Über Fragebogen, die verteilt und im Stadtmagazin Albert abgedruckt waren oder online ausgefüllt werden konnten, beteiligten sich immerhin 254 Bürgerinnen und Bürger. Auf der Basis ihrer Vorschläge machten die Planer sich Gedanken. Nun konnten sie sich vorstellen den Brunnen auf dem Bürgerplatz durch eine Wasserfläche mit sprudelnden Fontänen zu ersetzen. Das Parkdeck fiel als Gestaltungselement durch und soll abgerissen, die Buswendeschleife verlegt werden. Übrig bliebe eine ebenerdige Fläche, die hübsch gestaltet und angelegt werden könnte. Allerdings würden dabei etliche Parkplätze verschwinden. Dafür würden die Bürger länger bleiben - so die Hoffnung der Planer. Denn nach Auswertung der Fragebögen wussten sie, dass kaum jemand länger als eine Stunde im Umfeld des Platzes bleibt. Man geht zur Bank, ins Rathaus oder zum Arzt, aber niemand hält sich groß auf. Viele laufen einfach nur durch.

Kaum vorgestellt, stießen die Ideen auf Bedenken. Der Wegfall der Parkplätze schien vielen Senatsmitgliedern überhaupt nicht zu gefallen. Die Antwort, dann müsse man eben mal zwei oder drei Hundert Meter laufen überzeugte nicht. Gerade ältere Rödentaler, die zum Markttag kommen, wollen eben auch möglichst nah am Bürgerplatz parken. Bäume auf dem Platz könnten Ladenbesitzer stören, weil ihre Schaufenster beschattet werden. Der Umbau des Brunnens stieß schon auf mehr Gegenliebe. Die erwogene Sperrung der Rathausstraße wurde rundweg abgelehnt - wird sie doch für die Feuerwehr als Ausfallstraße gebraucht.Neben allen Bedenken zur Gestaltung waren es vor allem auch die Kosten, die mit den Veränderungsvorschlägen verbunden sind, die von Senatsmitgliedern angesprochen wurden. Abgesehen von Fördermöglichkeiten, die ausgeschöpft werden können, sprang hier Bauamtsleiter Günter Benning den Planern zur Seite: "Wir haben seit 2005 ein Entwicklungskonzept, aber es wurde so gut wie nichts umgesetzt. Was hier vorgeschlagen wird, wird ja über Jahre hinweg verwirklicht."

Bebauung verdichten

Kommunen sind gehalten, zuerst Baulücken zu schließen, ehe großflächig neue Baugebiete erschlossen werden. Der Flächenverbrauch soll dadurch gebremst werden. Dem möchte Rödental Rechnung tragen und eine Bebauung eines steilen Hanggrundstücks in Mönchröden am Mahnberg erlauben. Ein Investor hat das Grundstück erworben und wird dort Terrassenwohnungen bauen. Die nötige Feuerwehrzufahrt ist nach Einschätzung des Senats nur über die Straße Mahnberg sinnvoll. Es muss daher eine Stellfläche für Einsatzfahrzeuge geschaffen werden.

Doch mit dem Schließen solcher Baulücken, kann Rödental der Nachfrage nach Bauland für Wohnhäuser nicht gerecht werden. Wo Grundstücke angeboten werden, sind sie rasch mehrfach überbucht. So soll nun an der Happachsleite in Einberg ein Baugebiet entstehen. Doch die Zeiten, in denen so etwas einfach entschieden werden konnte, sind vorbei - zumal das rund acht Hektar umfassende Gebiet im Außenbereich liegt.

Es gilt, den Bedarf vor übergeordneten Behörden zu belegen, die Naturverträglichkeit der Pläne zu prüfen, die Bauleitplanung zu ändern. Bis alle Voraussetzungen für eine Erschließung geschaffen sind und das Ziel einer Wohnbebauung erreicht ist, dürften daher etwa zehn Jahre vergehen.