Mit Frank Halbig übernimmt ein Trainer mit fast zwei Jahrzehnten Erfahrung den FC 06 Bad Kissingen. Der 50-Jährige betritt bei seiner neuen Aufgabe dennoch für ihn ganz ungewohntes Gelände.
Steffen standke Frank Halbig wohnt ziemlich nah am Sportplatz. Nicht an dem seines neuen Vereins FC 06 Bad Kissingen, sondern dem in Obbach (Landkreis Schweinfurt). Seit kurzem fährt der 50-Jährige mehrmals in der Woche die rund 25 Kilometer in die Kurstadt, um sich seiner größten Aufgabe als Trainer zu widmen: der Betreuung eines etablierten Bezirksligisten.
Das Image des FC 06 als Legionärstruppe - es soll unter Frank Halbig ein für alle Mal der Vergangenheit angehören. "Keiner spielt hier mehr für Geld. Das hat sich definitiv gewandelt", sagt der neue Coach.
Doch Halbig möchte noch mehr erreichen: "Wir wollen noch mehr im kameradschaftlichen Bereich zusammenschaffen." Auf den Platz geht es für die Akteure nur noch gemeinsam. Und beim Aufräumen nach dem Training nimmt sich keiner mehr aus. Nach jedem Heimspiel werde der Mannschaft ein warmes Essen serviert; die Getränke sind frei. Das Zusammensitzen nach dem Match und das Wir-Gefühl - sie bedeuten Frank Halbig einiges.
Der selbst ernannte "Spezialist für Bescheidenheit" ist überzeugt: Die Truppe, die er von Vorgänger Rüdiger Klug übernommen hat, steht zusammen und füreinander ein. Der FC 06 verfüge über eine Mannschaft, in der sich junge Spieler gut fühlen könnten. Klar: Da sind die Männer mit Erfahrung: Christian Laus und Christian Heilmann zum Beispiel. In die Kategorie fällt auch Daniel May, den der Trainer von der SG Sömmersdorf/Obbach/ Geldersheim in die Kurstadt gelotst hat. Er war Spielertrainer in der Kreisliga und dürfte zum wichtigen Bindeglied mit dem Team werden.
Mehr in die Kategorie "jung und wild" fällt Nils Halbig, der Sohn des Trainers. Der ist gerade der Jugend der FT Schweinfurt entwachsen; in der Vorbereitung ließ der 18-Jährige durchaus mit Toren aufhorchen.
Innenverteidiger Lukas Halbig, ein weiterer Neuzugang, hat mit der Jugend des FC 05 Schweinfurt immerhin Bayernliga gespielt. Und dann ist da Tizian Fella, der wie der Coach vergangene Spielzeit noch beim TSV Reiterswiesen das Spielfeld beackerte. "Er ist universell einsetzbar, hat im Mittelfeld seine Stärken", lobt der Trainer.
Bis jetzt, ergänzt Halbig mit Stolz, "sind die Jungs klasse". Er habe im Schnitt 17 Spieler im Training, und das, obwohl in der Vorbereitung mindestens drei Mal pro Woche trainiert wurde und Halbig nicht nur wegen seines früheren Berufes "Schleifer" genannt wird. Der Qualitätsunterschied der Bezirksliga-Kicker zu denen in unteren Klassen sei enorm. "Das sind meistens fertige Fußballer. Sie kennen schon bestimmte taktische Systeme", sagt der 50-Jährige.