"Es wird Möglichkeiten zum Feiern geben." Mit diesen Worten schloss Bürgermeister Michael Kastl bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montagabend das Thema Stadtjubiläum ab. "Wenn es die Lage zulässt, werden wir was auf die Beine stellen, aber nicht das große Stadtfest." Dafür bräuchte es große Vorläufe, beispielsweise Verträge mit den Bands. "Das ist nicht pessimistisch, sondern realistisch", sagte er zu der Absage. Stadtrat Leo Pfennig (Freie Wähler) brachte den Bildhäuser Haufen ins Spiel, der sich im Jahr 1525 gegründet hat. Ein Anlass, der im Jahr 2025 gefeiert werden sollte, fand er Stadtrat. Bürgermeister Michael Kastl nahm diese Anregung dankbar auf.

Ein wenig Verwirrung

Michael Kastl erklärte zunächst, warum es im Vorfeld der Sitzung ein wenig Verwirrung gegeben hatte. Weil jede Woche Sitzungen stattfinden, war die Bitte an ihn herangetragen worden, auch mal eine ausfallen zu lassen, wenn sie nicht unbedingt nötig ist. Das traf auf die Sitzung am Montag zu. Deshalb waren die Fraktionen informiert worden. Eine Fraktion bat aber dann, dass sie Sitzung doch stattfindet, was dann auch geschah.

Michael Kastl verwies in Zusammenhang mit dem ausgefallenen Jubiläum darauf, dass ja wieder Kulturveranstaltungen geplant sind, beispielsweise die Kabarettabende in der Alten Aula unter dem Namen Akzente 21. Die Einweihung der Mehrzweckhalle im September sei sicher auch eine gute Gelegenheit zu feiern. "Es ist momentan sehr schwierig, die Zahlen steigen wieder", sagte bezüglich Corona. Man werde sicher nicht groß in der Halle feiern können, aber möglicherweise im Freien.

Keine Jubiläumsmünzen

Rosina Eckert (Forum Aktiv) wollte wissen, ob die Produktion der Jubiläumsmünzen schon angelaufen war. "Nein", lautete die Antwort vom geschäftsführenden Beamten Stefan Bierdimpfl.Das sei mit Beginn der Einschränkungen sofort gestoppt worden. Insbesondere für die Produktion der Goldmünzen hätte die Stadt in Vorleistung gehen müssen.

Dann brachte Leo Pfennig den Bauernkrieg im Jahr 1525 und den Bildhäuser Haufen ins Spiel, der sich am 12. April 1525 in Münnerstadt gegründet und kurz danach das Kloster Maria Bildhausen eingenommen und ausgeraubt hat. Der Zusammenschluss von Bauern, Handwerkern und Bürgern spielte eine große Rolle beim Bauernkrieg. Das Jubiläum im Jahr 1525 könnte insbesondere in Maria Bildhausen und Kleinwenkheim gefeiert werden, meinte Leo Pfennig.

"Ich denke, dass wir da was auf die Beine stellen können", sagte Michael Kastl dazu und dankte für die Anregung. Museumsleiter und Kulturmanager Nicolas Zenzen hat sich bereits mit der Materie befasst. Der Bürgermeister könnte sich dazu auch einen Mittelaltermarkt in Münnerstadt vorstellen. "Es gib immer wieder Anlässe zum Feiern."

Der Saisonauftakt der GTI-Freunde sei inzwischen abgesagt worden, nun richtet sich der Blick auf den Saisonabschluss am 3. Oktober, so der Bürgermeister. Vielleicht könnte man das mit der Einweihung der generalsanierten Mehrzweckhalle mit Umfeld verbinden. Allerdings werde man keinen GTI über die Tartanbahn fahren lassen, scherzte er.

Johannes Wolf (Grüne) fand die Absage der Jubiläumsfeierlichkeiten richtig. Er freut sich darüber, dass mit den Kabarettabenden Perspektiven geboten werden. Zu künftigen Feierlichkeiten sagte Johannes Wolf, der einer der drei Vorsitzenden des TSV Münnerstadt ist, auch im Namen der anderen Vorstandsmitglieder: "Wenn Bedarf besteht, stehen wir gerne wieder zur Verfügung." Der TSV hatte in den letzten Jahren beim Stadtfest unter anderem den Ausschank beim Stadtfest "Musik und Märkte" übernommen.