Andreas Dorsch Zum Fortuna-Kulturzentrum in der Höchstadter Bahnhofsstraße gehört nicht nur der stattliche Backsteinbau vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Auch das ehemalige Heizhaus, in dem einst die Heizung für das Fabrikgebäude untergebracht war, ist Teil des Ensembles, steht ebenfalls unter Denkmalschutz und soll künftig immer mehr zu einem kleinen Kulturtempel werden.

Schon seit über einem Jahr finden in dem Heizhaus Veranstaltungen statt. Damit es noch mehr werden, hat der Stadtrat jüngst beschlossen, im Wert von etwa 16 500 Euro weitere Einrichtungsgegenstände anzuschaffen.

Mobile Theke angeschafft

Um Gäste und Besucher ordentlich bewirten zu können, wird eine mobile Theke angeschafft, die drinnen und draußen eingesetzt werden kann. Dazu kommen als Ausstattung Gläser, Teller und Besteck. "Wir wollen mit dem Heizhaus veranstaltungsfähig werden", sagt Bernd Riehlein, Leiter der Fortuna-Kulturfabrik. Die hat in einem Schuppen im Hof auch 100 Stühle für den Außenbereich deponiert, mit denen das Heizhaus bei Bedarf bestuhlt werden kann.

Nur im Winter ist die Nutzung eingeschränkt, weil das Heizhaus selbst über keine Heizung verfügt. Ansonsten kann es für Ausstellungen, Frühschoppen, Konzerte und andere kleinere Veranstaltungen genutzt werden. Beschlossen hat der Stadtrat auch eine Nutzungsordnung. Danach haben natürlich die Kulturfabrik selbst und die Höchstadter Vereine Vorrang. Private Hochzeits- und Geburtstagsfeiern lässt die Nutzungsordnung nicht zu. Kommerzielle Veranstaltungen sind möglich, wenn sie einen kulturellen Hintergrund haben.

Das Heizhaus eignet sich aber auch als Bühnenhaus für Events unter freiem Himmel. Der speziell dafür angelegte Platz bietet beste Voraussetzungen und wird jetzt nach Karl Baßler benannt. Der Unternehmer hat 1929 die ehemalige Borsten- in eine Schuhfabrik umgewandelt.

Wie Fortuna-Chef Bernd Riehlein berichtet, hat es für die Nutzung des Heizhauses schon immer Interessenten gegeben. Auch Politprominenz war bereits zu Gast. Die SPD präsentierte Kanzlerkandidat Martin Schulz und Katharina Schulze, Grünen-Fraktionssprecherin im bayerischen Landtag, besuchte im Heizhaus die Ausstellung "100 Jahre Frauenwahlrecht" über die Mütter des Grundgesetzes.

Bernd Riehlein hofft, dass in das gesamte Kulturzentrum bald wieder mehr Betrieb einzieht: "Wir wollen nach den Ferien normal weitermachen." Mit Corona sei man bisher gut zurechtgekommen. Die unterschiedlichen Hygienekonzepte würden greifen, die Vorgaben der Regierung umgesetzt. Riehlein wünscht sich nur, dass im Winter keine zu hohen Auflagen kommen und den Betrieb erneut stark einschränken, "denn es war schon gespenstisch beim Lockdown in dem großen, leeren Gebäude".