Seit einigen Wochen ist der 46-jährige Norman Hümmer neuer Ortssprecher von Freiberg. In diesem Interview gibt er Auskunft darüber, wer er ist und wie er sein Ehrenamt versteht.

Rückblick: Ende September 2020 hat der 98 Einwohner zählende Ebensfelder Gemeindeteil nach längerer Zeit wieder einen Ortssprecher gewählt. Von den 80 Wahlberechtigten des Ortes hatten sich zuvor 63 auf einer Unterschriftenliste eingetragen.

Vorgeschlagen für das Ehrenamt des Ortssprechers wurden dort Roland Aumüller, Norman Hümmer und Dominik Krug.

Das Wahlergebnis der abgegebenen 39 Stimmen war spannend; bei der Auszählung gab es einen ungültigen Stimmzettel.

Mehrheit der Stimmen erzielt

Neun Stimmen erhielt Dominik Krug, zwölf Stimmen erhielt Roland Aumüller, 17 Stimmen - und somit die Mehrheit der abgegebenen Stimmen - konnte Norman Hümmer für sich verbuchen. Für eine Stichwahl stellte sich der Zweitplatzierte, Roland Aumüller, nicht zur Verfügung. Somit war Norman Hümmer zum neuen Ortssprecher von Freiberg gewählt. Herr Hümmer, waren Sie schon einmal Ortssprecher? Haben Sie kommunalpolitische Erfahrung? Ich war noch kein Ortssprecher. Kommunalpolitische Erfahrung habe ich nur bedingt, aber auf Grund meiner beruflichen Erfahrung als Projektleiter - und da ist viel Politik gefragt -, weiß ich, mit schwierigen Situationen, Diplomatie oder Gesprächspartnern richtig umzugehen. Sind Sie gebürtiger Freiberger? Wie alt sind Sie? Jein. Geboren bin ich in Bamberg. Mein Vater stammt gebürtig aus Freiberg. Ich wohne, seit ich sechs Jahre alt bin, in Freiberg, somit kann man schon sagen, dass ich gebürtiger Freiberger bin. Ich bin 46 Jahre alt. Wo engagieren Sie sich noch? Sind Sie auch in anderen Vereinen? Ich bin seit meinem 15. Lebensjahr in der freiwilligen Feuerwehr. Dort bin ich seit mehr als 20 Jahren als Schriftführer in der Vorstandschaft tätig. Zudem bin ich regelmäßig als Wahlhelfer tätig. Wie schwer ist es, sich durchzusetzen, wenn das Dorf am Rande der Marktgemeinde Ebensfeld und fast schon im Landkreis Coburg liegt? Naja, ich sage immer, wenn mich jemand nach dem Ort fragt, wir liegen im Vier-Landkreis-Eck: Lichtenfels, Coburg, Bamberg und Haßberge, denn die letzten drei genannten Landkreise sind ja auch nicht weit weg. Natürlich war und ist es eine Herausforderung, wenn man als Ortschaft überm Maa liegt. Aber ich bin mir sicher, dass man mit dem notwendigen Engagement und mit Hartnäckigkeit auch die Belange von Freiberg durchsetzen kann. Dies hat sich auch in der Vergangenheit gezeigt - zum Beispiel bei der Erneuerung des Spielplatzes oder der Erweiterung des Feuerwehrhauses. Gibt es etwas, was besonders wichtig ist für Freiberg? Wichtig ist für mich, dass Freiberg in der Gemeinde kompetent vertreten wird. Dass es gleich drei Bewerber für dieses Amt gab, fand ich super. Das zeigt aus meiner Sicht, dass sich dieses Amt mehrere zugetraut haben. Letztendlich war es auch höchste Zeit, dass wir wieder einen Ortssprecher haben. Denn in den letzten Jahren war dieses Amt nicht besetzt. Als man mich darauf angesprochen hat, ob ich mir das Amt vorstellen könne, habe ich sofort zugesagt. Was vermissen Sie in Ihrem Freiberg? Was kann oder sollte man verbessern? Wie hält die Dorfgemeinschaft zusammen? Diese Fragen sind nicht so einfach zu beantworten. Vermissen tue ich eigentlich nichts. Die Dorfgemeinschaft hält schon gut zusammen, was die Einsatzbereitschaft beim Ausrichten unseres jährlichen Lindenfestes zeigt. Natürlich gibt es immer mal wieder Meinungsverschiedenheiten, aber das ist aus meiner Sicht irgendwo auch normal, solange diese im Rahmen bleiben. Was machen Sie in der Freizeit? In meiner Freizeit bin ich leidenschaftlicher Camper und Musiker. Ich spiele Schlagzeug in der Band Schinderhannes und Akkordeon. Was möchten Sie gerne noch loswerden? Ich freue mich auf die kommenden Aufgaben und werde diese mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln angehen. Das Interview führte Monika Schütz.