Wenn ein Bauausschuss irgendwo tagt, dann ist das meist eine nüchterne Veranstaltung. Was allerdings dahinter steckt, sind Veränderungen. Unter Umständen verändert sich das Leben von Menschen, das Sta...
Wenn ein Bauausschuss irgendwo tagt, dann ist das meist eine nüchterne Veranstaltung. Was allerdings dahinter steckt, sind Veränderungen. Unter Umständen verändert sich das Leben von Menschen, das Stadtbild, die Infrastruktur. Im Kronacher Bauausschuss wurden wieder ebensolche Entscheidungen getroffen. Es gab viele Zustimmungen für bestimmte Bauvorhaben und einige Betroffene atmeten erleichtert auf. Was jetzt schon deutlich wird: Man reagiert bereits auf Ereignisse, die so noch gar nicht stattgefunden haben, die aber schon ihre Spuren hinterlassen.
Wenn die Studenten kommen, dann will die Stadt gut aufgestellt sein. Einige Bauherren und Investoren reagieren jetzt schon und haben ihre Chance erkannt.
Wohnungen im Vereinshaus
Der Gastraum im "Antla" in der Amtsgerichtsstraße zum Beispiel soll größer werden - und zwar nach hinten raus, Richtung Terrasse. Der gleiche Bauherr will in der Adolf-Kolping-Straße 14 ein Nutzungsänderung durchführen. Hier werden Büroräume zu Wohnungen umgebaut. Wolfgang Beiergrößlein: "Es handelt sich um das ehemalige Vereinshaus. Es ist sehr erfreulich, dass hier Wohnungen entstehen." Das Einvernehmen wurde erteilt.
Ebenfalls um Gastronomie drehte sich ein weiterer Punkt. Der Bauherr hatte eine Nutzungserweiterung ins Auge gefasst, nämlich eine Café-Bar und eine Nutzungsänderung eines Materiallagers zur Vinothek. Und das alles im Stadtgraben. Georg Köstner von der Stadtentwickung und Bauverwaltung: "Für die Vinothek bräuchte er noch zwei Stellplätze. Ob er das überhaupt umsetzt, ist noch gar nicht klar." Voraussetzung für das ganze Bauvorhaben sei schließlich eine immissions-schutzrechtliche Überprüfung.
Besonders Winfried Lebok (CSU) machte sich hierfür stark: "Wir müssen jetzt über unseren Schatten springen und dürfen nicht gleich überall Probleme sehen. Und wir dürfen nicht von vorneherein jemandem Prügel zwischen die Beine werfen. Wir müssen innovativ denken." Und im Hinblick auf eventuelle Lärmbelästigungen meinte Thilo Moosmann (SPD): "Eine Vinothek ist doch keine Diskothek." Auch hier wurde das Einvernehmen erteilt, allerdings unter der Voraussetzung, dass die immissionsschutzrechtliche Prüfung keine Hinderungsgründe ergäbe.
"Ich wollt, es wär schon alles bezahlt, aber wir arbeiten mit Eigenleistungen und Zuschüssen", seufzte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) im Hinblick auf den Abbruch des Dörfleser Kindergartens und dem gleichzeitigen Neubau. Entstehen soll ein zweigruppiger Kindergarten mit Veranstaltungsräumen für die Vereinsgemeinschaft sowie die Anbindung eines Feuerwehrgerätehauses. Der Umzug in das Ausweichquartier in die Max-Reger-Straße nach Kronach ist für Ende September, Anfang Oktober diesen Jahres geplant.
Neue Schulungsräume für die Eisbecker Immo1 GmbH wird es in der Maximilian-von-Welsch-Straße 9 in Kronach geben. Hier soll ein Anbau im Erdgeschoss entstehen und ein Aufzug am Bestandsgebäude. Die Firma bräuchte mehr Platz, da bisherige Schulungsgebäude zugunsten von Wohnungen weggefallen seien. Keine Einwände bestanden gegen den Anbau. Empfohlen werde aber, dass der anscheinend völlig ungegliederte Aufzugsturm durch geeignete Maßnahmen an den Fassaden gegliedert werde.