Das weitläufige Areal des Bischberger Friedhofes reichte am gestrigen Donnerstag gerade aus, um einigen Hundert Trauergästen unter Corona-Bedingungen die Möglichkeit zu geben, Abschied vom ehemaligen Bürgermeister und Stellvertreter des Landrates Johann Pfister zu nehmen.

"Es gibt Ereignisse, die kann man nicht glauben, die will man nicht fassen", leitete Landrat Johann Kalb (CSU) die Trauerreden ein. Zum 70. Geburtstag von Johann Pfister Mitte Mai habe man noch politisiert, "Hans hat uns in seiner unnachahmlichen Weise die Welt erklärt".

"Ich will aufrichtig ,Danke' sagen für ein großes Lebenswerk", so Kalb. Johann Pfister habe "tiefe Spuren hinterlassen in den Köpfen der Menschen, aber noch viel mehr in deren Herzen". Als Stellvertreter des Landrates sei er in allen wichtigen Themen involviert gewesen, er "war als Ideengeber und Mitstreiter stets gefragt".

Ein Mann der Tat

Für den neuen Bischberger Bürgermeister Michael Dütsch (BI) war die Trauerfeier "der bisher schwerste Moment meines Lebens, weil mit ihm nicht nur mein Vorgänger und langjähriger Chef, sondern auch ein väterlicher Freund zu Grabe getragen wird". Pfister sei 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr Bürgermeister gewesen. "Es war für ihn kein Beruf, sondern Berufung." Außendarstellung sei ihm nicht das Wichtigste gewesen. Er habe den Spruch geprägt: "Wir brauchen keine Schauspieler, wir brauchen mehr Arbeiter im Weinberg des Herrn!"

Die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) sprach den unverkennbaren Charme an, mit der Johann Pfister Menschen für sich gewinnen konnte. "Er war Fels in der Brandung. Sein Name steht für eine aufrichtige, offene Politik." Die Nähe zu den Menschen und zu den Vereinen unterstrich auch der Vorsitzende des Ortskulturringes, Georg Schmitt. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Bischberg, Martin Sterzinger, schloss sich an: "Wir verlieren neben einem politischem Macher auch einen einzigartigen Menschen." Sigrid Reinfelder hob für den Bürgerblock Landkreis Bamberg die Offenheit und den Erfahrungsschatz des Verstorbenen hervor: "Hans war die Seele unseres Bürgerblocks." Pfarrer Norbert Bergmann erinnerte an viele persönliche Begegnungen: "Er hat seinen Glauben gelebt." Und ein Vertreter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums sagte, dass Pfister ein Lehrer gewesen sei, wie man sich ihn für eine eigenen Kinder wünschen würde. red