Der Ton der Feuersirene klingt den Tannfeldern noch in den Ohren, als ob es gestern gewesen war: Im Oktober 1993 brannte in der Siedlung ein Wohnhaus lichterloh. "Es war nachmittags um halb zwei - die Männer waren alle auf der Arbeit", erinnern sich die Tannfelderinnen noch haargenau.

Birgitt Lindner erzählt, dass sie damals hochschwanger war, aber trotzdem mitangepackt hat. "Ich habe Schläuche gebracht und habe mitgeholfen", lacht sie. Inzwischen haben Birgitt Lindner, wie auch Petra Schmeußer, Renate Denk, Silvia Heinz und Gabi Reh viel Spaß bei der Feuerwehr. Und zwar im aktiven Dienst. Alle haben Leistungsabzeichen abgelegt.

Abzeichen in Gold-Rot

"Wir sind integriert, machen dasselbe, was die Männer machen", erklärt Petra Schmeußer selbstbewusst. Gabi Reh hat das Feuerwehrabzeichen in Gold-Rot abgelegt - ihre Kolleginnen ebenfalls. Manche haben das Abzeichen in Gold.

"Wir haben eingesehen, dass wir gebraucht werden", sagt Silvia Heinz. Anfangs engagierten sich die Feuerwehrfrauen in Tannfeld in einer eigenen Frauenlöschgruppe, inzwischen sind sie einfach mit dabei und stehen ihren Mann. Mehr als ein Fünftel der Aktiven sind in Tannfeld weiblich - eine einzigartige Quote.

Und die nächste Generation haben die Feuerwehrdamen auch schon in den Verein gebracht: die Kinder - inzwischen schon erwachsen. Ebenfalls seit 25 Jahren im Verein aktiv sind Matthias Sprogies und Gerhard Peukaert. Auch sie wurden damals von dem Brand vor 25 Jahren motiviert.

Bei der Jahreshauptversammlung zeichneten Kreisbrandinspektor Siegfried Zillig und Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) die Jubilare aus. "Es ist wichtig, dass die kleinen Wehren bleiben. Mehr als 40 Aktive in einem Ort wie Tannfeld ist sehr gut", freute sich Bürgermeister Martin Bernreuther. Aktuell gebe es in den elf Thurnauer Ortsteilen noch elf Wehren.

"In Trumsdorf ließ sich kein Kommandant und kein Vorstand mehr finden", machte Bernreuther klar, dass es wichtig ist, auch in Zukunft verantwortungsvolle Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht, zu finden.

Beim Großbrand in Menchau hat sich gezeigt, dass es wichtig ist, vor Ort sachkundige Helfer zu haben.

Die Freiwillige Feuerwehr Tannfeld hat ein ereignisreiches Jahr zu verbuchen. Vier Mal mussten die Floriansjünger ausrücken, blickte Kommandant Mario Münch zurück. Zwei Mal halfen die Tannfelder bei Verkehrsunfällen, beim Mähdrescherbrand in Limmersdorf und bei einem Waldbrand waren sie zugegen. Außerdem sicherten die Tannfelder an zwei Samstagen und an einem Sonntag bei Baumfällarbeiten die Straße.

Elf freiwillige Helfer haben an einem Motorsägelehrgang teilgenommen, Vorsitzender Kevin Bößl an einem Funkerlehrgang.

33 Männer, neun Frauen

Aktuell sind 33 Männer und neun Frauen bei der Feuerwehr in Tannfeld aktiv. Der Frauenanteil ist überproportional hoch, freute sich der Vorsitzende Kevin Bößl. Bei der Jahreshauptversammlung legte Petra Schmeußer, stellvertretend für Kassierin Renate Denk, die finanzielle Lage des Vereins offen.

Kreisbrandinspektor Siegfried Zillig appellierte an alle Tannfelder, sich auch in Zukunft für den Dienst am Nächsten zu entscheiden, auch wenn die Arbeit bei der Feuerwehr anstrengend sei und einiges an Know-how erfordere. Kommandant Mario Münch verabschiedete Reinhold Müller und Herbert Münch. Münch wurde zum Ehrenvorsitzenden der FFW ernannt. Sonny Adam