Wolfgang Desombre

Steht bei der freiwilligen Feuerwehr Coburg ein Wechsel an der Spitze an? Stadtbrandinspektor Daniel Fritz kandidierte bei der Hauptversammlung nicht mehr für den Posten des stellvertretenden Kommandanten. Der Grund: Er will nach über sechs Jahren in dieser Funktion nun selbst Kommandant werden. Das sagte Fritz bei seinem Rückblick auf die vergangenen sechs Jahre in dieser Funktion. Zum stellvertretenden Kommandanten wurde der 25-jährige Maximilian Brückner, Systemadministrator in der ILS, gewählt.

Der Landesfeuerwehrverband Bayern verlieh "in Anerkennung und Würdigung hervorragender Leistung auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens", wie es in der Laudatio hieß, Coburgs Drittem Bürgermeister Thomas Nowak die Bayerische Feuerwehr-Ehrenmedaille. Es gab aber noch zahlreiche weitere Ehrungen bei der Feuerwehr Coburg. Geehrt wurden für zehnjährige Dienstzeit Rene Müller und Patrick Hertel, für 20 Jahre Dominic Hütter, Sebastian Künzel, Kai Neugebauer, Stefan Stanscheit und Sebastian Trautwein, für 25 Jahre Christian Dudda und Martin Götz, für 30 Jahre Matthias Schmidt, Hubertus Schuhmann, Willy Schuhmann und Uwe Stummer, für 40 Jahre Mathias Geuß, Lars Göbel und Thomas Weigand und für 50 Jahre Wolfgang Trautwein.

Während viele Bürger den Kopf in den Sand gesteckt, häufig ihre Unlust auf ihr Hobby oder mangelnde Hilfsbereitschaft anderen gegenüber mit der Pandemie begründet hätten, sei die Feuerwehr rund um die Uhr, und das an jedem Tag des Jahres, da gewesen, um anderen zu helfen, betonte Daniel Forkel, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, und fügte hinzu: "Mir ist kein Einsatz in Coburg, in Oberfranken, in Bayern oder in Deutschland bekannt, bei dem die zum Einsatz gerufene Feuerwehr nicht erschienen ist und ihre Pflicht nicht erfüllt hat. Wir waren immer mit voller Kraft da, auch wenn wir nicht im Training standen oder keine Übungsstunden hatten. Das ist der Unterschied zu anderen Vereinen und darauf können wir stolz sein."

Mitgliederzahl blieb stabil

Entgegen dem Trend in anderen Vereinen und Organisationen konnte der Coburger Feuerwehrverein laut Auskunft von Forkel 2019 und 2020 seinen Mitgliederstand ziemlich konstant halten, so dass es zum 31. Dezember 2020 hieß: 148 Mitglieder, davon 99 aktive und 49 passive. Dann sprach er ein schwieriges Thema an, neue Aktive zu gewinnen, die einen Migrationshintergrund haben. Das sei schwierig bis aussichtslos, sagte Forkel. Selbstverständlich gebe es bei der Coburger Wehr Mitglieder aus Osteuropa. Aber die seit 2015 Geflüchteten hätten sich nicht dauerhaft in die Feuerwehr eingegliedert.

Zwei Anliegen richtete Daniel Forkel an Oberbürgermeister Dominik Sauerteig. Zum einen besitzt die Stadt Coburg ein LF 10 der Firma Benz Gaggenau. Dieses Fahrzeug wurde 1923 gebaut und feiert also in zwei Jahren seinen 100. Geburtstag. Unzählige Stunden Arbeit von Kameraden seien in dieses Fahrzeug investiert worden, berichtete Forkel und regte Folgendes an: "Gerne würden wir öffentlichkeitswirksam 2023 den 100. Geburtstag unseres Benz feiern. Daher die Bitte an die Politiker, sich darum zu kümmern, dass das ,Tafelsilber der Stadt Coburg‘ nicht verkümmert. Es wäre mehr als schade, wenn der Benz kaum älter als 100 Jahre würde, denn mit diesem Fahrzeug wurde nicht nur Feuerwehr-, sondern auch Stadtgeschichte geschrieben."