Die Bürger von Schnaid sind sich einig: Sie wollen ihr Wasser künftig vom Zweckverband beziehen und verzichten dafür auf ihren eigenen Brunnen. Dafür votierten die meisten Schnaider, die zum Informationsabend in das Gasthaus Friedel gekommen waren, einige enthielten sich - aber niemand war dagegen.
"Die Zeit ist reif für eine Entscheidung", konstatierte auch Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG). Ab nächsten Montag werden Mitarbeiter des Satzungsbüros Schulte/Röder aus Veitshöchheim durch den Hallerndorfer Ortsteil laufen und die Geschossflächen der einzelnen Häuser ermitteln. Auf der Grundlage dieser Berechnungen werden später die Beiträge für die Bürger ermittelt, die diese für die Sanierung leisten müssen.
"In den vergangenen Jahren wurde in die Wasserversorgung von Schnaid nur das Nötigste investiert", sagte der Bürgermeister. Außerdem sei die Versorgungssicherheit nicht gut: Kommt es zu einer Havarie, oder schüttet die Quelle nicht mehr, stehe Schnaid ohne Wasser da. Der Zweckverband biete dagegen mit seinen sieben Tiefbrunnen und vier Quellen einfach mehr Sicherheit für die Einwohner. Auch das Gesundheitsamt übte Kritik an der Quelle: Sie ist mikrobakteriell belastet, sodass das Wasser mit Chlor versetzt werden muss.
Wolfgang Harrer vom Ingenieurbüro "Sauer + Harrer" stellte den Bürgern die beiden Sanierungsvarianten vor: Will Schnaid die Quelle und seine autarke Wasserversorgung behalten, müssten neben der Quelle, der Druckerhöhungsanlage, der Pumpe, UV-Desinfektion und Ultrafiltration auch die Leitungen zwischen Quelle und dem Ortsnetz und ein Teil des Ortsnetzes ausgetauscht werden.


Kubikmeter-Preis wird niedriger

Die Leitungen sind inzwischen 50 bis 60 Jahre alt, bestehen zu einem großen Teil noch aus Gusseisen und haben dementsprechend Korrosionsrückstände und Ablagerungen innen. Würde Quelle, Leitungen und alles, was dazu gehört saniert, bliebe Schnaid zwar autark, müsste aber rund 900 000 Euro investieren.
Bekommt die Ortschaft dagegen ihr Wasser vom Hochbehälter aus Stiebarlimbach und würde vom Zweckverband mitversorgt werden, müssten nur etwa 455 000 Euro investiert und von den Bürgern aus Schnaid bezahlt werden.
Momentan beträgt der Preis für einen Kubikmeter Trinkwasser in Schnaid 1,80 Euro - der Zweckverband kassiert für die gleiche Menge nur 1,50 Euro. Aber auch wenn Schnaid vom Zweckverband sein Wasser bezieht: "Vorher müssen die Hausaufgaben gemacht werden", sagte Gunselmann und wies darauf hin, dass die Leitung zwischen dem Hochbehälter in Stiebarlimbach und Schnaid praktischerweise dann gelegt werden könne, wenn der Landkreis in diesem oder dem kommenden Jahr dort die Straße saniere.
Heinz Schulte erläuterte, wie die Sanierung der Wasserversorgung finanziert wird. Hier schreibt der Gesetzgeber vor, dass Ausgaben für die Wasserversorgung durch Beiträge und Gebühren gedeckt werden müssen: "Wer Wasser kriegt, muss die Kosten dafür bezahlen." Die fälligen Beiträge werden dabei über die Grundstücks- und Geschossflächen umgelegt.
Für eine Grundstücksgröße von 1000 Quadratmetern und eine Geschossfläche von 310 Quadratmetern müsse der Eigentümer mit etwa 3000 Euro rechnen, erklärte Schulte. Ist in einer Garage zwar keine Wasserleitung, aber eine Türe mit direktem Zugang zum Haus, dann werde sie zur Geschossfläche hinzugerechnet.
Bekommen die Mitarbeiter des Satzungsbüros von den Eigentümern keinen Zugang zu den Grundstücken und keinen Einblick in Scheunen und Garagen, "dann müssen wir schätzen", warnte Schulte und bat die Anwesenden deshalb darum, dass sie mithelfen mögen, dass sämtliche Flächen korrekt erfasst werden können.
Die Beiträge für sämtliche Investitionen in die Wasserversorgung können frühestens nach Beginn der Bauarbeiten erhoben werden. Je nach Baufortschritt ist dann eine Ratenzahlung möglich.


Mit Bürgern gemeinsam planen

Reinhold Ruschig (WG Schnaid-Stiebarlimbach) wollte wissen, ob sich die Quelle weiternutzen ließe. "Das sei unwirtschaftlich", sagte Florian Stühler vom Zweckverband. Claus Schwarzmann, Bürgermeister in Eggolsheim und Vorsitzender des ZWE sagte: "Wenn die Schnaider vom ZWE versorgt werden, wird die Quelle aufgegeben." Wann und wie genau die Entscheidung pro oder contra Wasserzweckverband ausfalle, wollte ein Bürger wissen. Gunselmann sagte, dass eigentlich dem Gemeinderat die Entscheidung obliege, aber er hätte gerne eine einvernehmliche Lösung mit den Bürgern aus Schnaid. Immerhin waren sein Großvater und Vater in Schnaid selbst Wassermeister: "Und der Jung sperrts etzt zu", schmunzelte er.Wer sich umfassend über den Zweckverband informieren möchte, könne das auf der Internetseite machen.