Fertig ist das neue Büro von Claudia Rauch noch nicht. Doch es ist schon gut zu erkennen, dass es schön wird. Daher freut sich die Schulleiterin der Grundschule Einberg schon auf den Tag, an dem sie hier einziehen kann. Und es ist nicht nur ihr Büro, das nagelneu und modern hergerichtet wurde. Die ganze Schule wurde für knapp zehn Millionen Euro generalsaniert.

"Bei einer Begehung der Baustelle mit dem Kollegium waren alle begeistert und können es kaum erwarten, hier einzuziehen", sagt Claudia Rauch. Das freut Bürgermeister Marco Steiner (FW). Schließlich hat die Stadt reichlich in das Gebäude investiert. In einem ersten Bauabschnitt war die Schulturnhalle saniert worden. Sie ist fertig.

Für das eigentliche Schulgebäude rechnet Architekt Matthias Hanstein mit noch etwa sechs Wochen für Arbeiten im Inneren. Dann sollte das Wetter so sein, dass die Arbeiten an der Außenfassade abgeschlossen werden können. Die hofft Matthias Hanstein nach noch einmal vier Wochen als fertig an die Stadt melden zu können. Die Gestaltung des Außenbereichs noch in diesem Jahr ebenfalls abzuschließen, kann zumindest als Ziel gesetzt werden.

Wichtig ist Bürgermeister Marco Steiner, dass Schüler und Lehrer jetzt möglichst bald wieder in ihr eigentliches Schulhaus umziehen können. Zurzeit ist die gesamte Schule im ehemaligen Living-Glass Gebäude in Oeslau untergebracht. Das hatte sich schon bei der Sanierung der Mittelschule als Interimsschule bewährt. Die Grundschule fühlt sich dort auch gut aufgehoben, doch je länger das Gebäude genutzt wird, desto mehr kostet das auch. Dennoch ist Marco Steiner froh um diese Lösung. "Eine Containerlösung wäre für uns viel teurer gewesen", weiß er.

"Es ist geplant, dass wir in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten umziehen", sagt Claudia Rauch. Ein genauer Termin steht aber noch nicht fest. Und so einfach hoppla hopp geht so ein Umzug mit einer ganzen Grundschule dann ja auch nicht über die Bühne.

Noch ehe das Schuljahr zu Ende ist, werden aber alle Schüler und Lehrer der Grundschule Einberg im frisch sanierten Gebäude lernen und lehren können. Das wird dann auf dem aktuellen Stand der Technik möglich sein. "Es wird auch noch Tafeln geben", sagt Marco Steiner. Doch es ist eben auch jeder Klassenraum mit Beamer und Dokumentenkamera ausgestattet. Vor allem aber wurde auch das gesamte Raumkonzept überarbeitet und modern aufgestellt. So hat die Schule eine Aula bekommen, die an Stelle zweier alter Klassenräume geschaffen wurde. "Das ist die schönste Neuerung", schwärmt Claudia Rauch. Vor allem praktische Überlegungen standen hinter der Entscheidung, Büro der Schulleiterin, Sekretariat und Lehrerzimmer räumlich zusammenzuführen. Das war nämlich früher nicht gegeben.

"Vor allem sind wir auch bei der Haustechnik auf dem Stand der Zeit", erklärt Matthias Hanstein. Auf dem Dach der Schule sorgt eine Photovoltaik-Anlage für saubere Energieversorgung. "Wir haben auch einen Stromspeicher eingebaut, um möglichst wenig Strom ins Netz einzuspeisen und mehr selbst zu verbrauchen", erklärt Marco Steiner. Außerdem wurde eine Wärmepumpe für die Heizanlage verbaut. Energetische Sanierung senkt den Energieverbrauch. Ziel war ein Bauzustand, der für die nächsten 25 Jahre keine neue Sanierung erforderlich macht. Das, so Matthias Hanstein, dürfte erreicht worden sein.

125 Schüler werden zurzeit in sieben Klassen der Grundschule Einberg unterrichtet, die eine sogenannte flexible Grundschule ist. Die ersten und zweiten Klassen werden gemeinsam unterrichtet. Um gezielt Schüler fördern oder Arbeitsgruppen separat unterrichten zu können, sind die Klassenzimmer für diese Klassen mit einem Nebenraum ausgestattet, der durch eine Glaswand abgetrennt ist.

Es ist noch Platz für mehr Schüler

Es gibt einen Werkraum, Handarbeitsraum, Zimmer für Musik oder Religionsunterricht und für die Ganztagsbetreuung. Weil ein bestehendes Schulhaus saniert wurde, sind auch die Klassenzimmer größer als bei einem Neubau. Ein Vorteil, denn die Schülerzahlen entwickeln sich entgegen früherer Prognosen aktuell nach oben. Da kann ein etwas größeres Platzangebot nicht schaden. Es gibt auch einen EDV-Raum. "Ob der immer so genutzt werden wird, wird sich zeigen", meint Marco Steiner. Schließlich zeichnet sich ein Trend zu immer mehr Digitalisierung in den Schulen ab. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zukunft also im Grunde jedes Klassenzimmer ein EDV-Raum genannt werden könnte. Die Zukunft wird es zeigen.