Für den CSU-Ortsverband teilt dessen Vorsitzender Klaus Witzgall zum Beitrag "Stadtsteinacher CSU empfiehlt Wolfrum" (BR vom Montag, Seite 15) unter anderem Folgendes mit:

"Der CSU-Ortsverband stellt klar, dass er keine Wahlempfehlung für den SPD-Bürgermeister Roland Wolfrum gibt. Vielmehr haben wir in der Auftaktveranstaltung klar gemacht, dass das Nichtaufstellen eines eigenen Bewerbers nichts mit einer Zustimmung zum amtierenden Bürgermeister zu tun hat.

Wir haben auch nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die Wahl Wolfrums auf der SPD-Stadtratsliste unweigerlich zur Wahl eines völlig anderen SPD-Kandidaten in den Stadtrat führt. Da Wolfrum als Einzelkandidat natürlich wieder Bürgermeister wird und dann das Stadtratsmandat nicht annehmen kann, kommt einfach der nach Stimmen nächste Bewerber der SPD in das Gremium.

So hat ein aktueller Stadtrat der SPD-Fraktion gerade einmal 339 Stimmen erzielt. Sechs Kandidaten der CSU mit bis zu 572 Stimmen konnten aufgrund des Wahlrechtes nicht in den Stadtrat einziehen, obwohl sie mehr Stimmen hatten."

Wahlrecht lässt das zu

Das bayerische Wahlrecht lässt die Kandidatur eines Bewerbers um den Landrats- oder Bürgermeisterposten auf der Liste für das entsprechende kommunale Gremium zu. So führen beispielsweise auch Doris Leithner-Bisani (CSU, Ludwigschorgast) und Werner Burger (FW, Grafengehaig) als Alleinkandidaten für das Bürgermeisteramt die Listen ihrer Parteien an.

Sobald die Bewerber gewählt sind, lehnen sie in der Regel das Gemeinde- oder Stadtratsmandat ab, weil sie Amt und Mandat nicht gleichzeitig ausüben können. Das hat zur Folge, dass der Bewerber der Liste ins Gremium einzieht, der die nächstmeisten Stimmen hat, jedoch zunächst nicht gewählt wäre. red