Seit fast 40 Jahren führt die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) die Aktion "Brot statt Böller" durch. Mit dieser Aktion bat man bisher, auf einen Teil der Silvester-Knallerei zu verzichten. In diesem Jahr ist wegen der Corona-Pandemie vieles anders. Feuerwerkskörper dürfen nicht verkauft werden. Auf öffentlichen Straßen und Plätzen darf kein Feuerwerk stattfinden. Es gilt die Ausgangssperre.

In den zurückliegenden Jahren konnte mit den Spenden in aller Welt spürbar geholfen werden. Es wurden Menschen, vor allem Kinder, in großer Notlage unterstützt. Leider herrscht immer noch große Hungersnot, Elend und Bildungsnotstand in vielen Ländern der Welt. Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Hunger und Willkür. Viele haben keine Heimat.

Seit 25 Jahren unterhält der KAB-Diözesanverband Bamberg eine intensive Partnerschaft mit den Frauengruppen von "Fivoy", einem Verband, der die Fortbildung von Frauen und Jugendlichen organisiert und dem KAB-Verband "Iray Aina" in Madagaskar. Mit Unterstützung aus dem KAB-Kreisverband Kronach konnten in all den Jahren in vielen Dörfern in Madagaskar, unter Leitung von Veronique Vololonirina und Suzanne Razanatsoa nachhaltige Verbesserungen für das Leben der Menschen erreicht werden. So wurde zum Beispiel eine Darlehenskasse für Mikrokredite eingeführt und Reisspeicher errichtet, Schulspeisungen für Kinder eingeführt und Jugendliche ausgebildet in ökologischer Landwirtschaft und in Näherei sowie Fortbildungen zur gesunden Ernährung für Kinder und Hygiene im Alltag durchgeführt. Unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" gibt es noch viele weitere nachhaltige Aktionen.

Die KAB-Sekretärin Maria Gerstner aus Neukenroth konnte zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen, im Jahr 2019 die Frauen in Madagaskar erneut besuchen und die intensiven und gut organisierten Aktivitäten und die weitere Zusammenarbeit mit den Frauen besprechen.

Reisernte fiel sehr schlecht aus

Leider wurde auch Madagaskar in diesem Jahr nicht von der Corona-Pandemie verschont. Es gibt Ausgangssperren wie in Deutschland und das Tragen von Masken ist ebenfalls angesagt. Markttage dürfen nicht stattfinden, so dass die Menschen ihre Waren und Gemüse nicht verkaufen dürfen. Hinzu kommt, dass die Reisernte in diesem Jahr wegen Trockenheit und Wassermangel sehr schlecht ausgefallen ist. Staatliche Hilfen kommen auf dem Land nicht an und die Preise für Grundnahrungsmittel steigen. Die Menschen auf dem Land sind sich selbst überlassen.

Die Mitglieder der Frauengruppen organisieren das Nähen von Schutzmasken, Verteilen von Wasserkanistern und Seife zum Reinigen und Desinfizieren. Aktuelle Zahlen über Erkrankte gibt es nicht, da fast keine Testmöglichkeiten vorhanden sind. Ein Mitglied der madagassischen KAB bringt das Problem auf den Punkt: "Ohne Tageseinkommen kein Abendessen." Mit einer Soforthilfe der KAB konnte im Herbst Reis zugekauft und die Darlehenskasse für Mikrokredite aufgestockt werden. Weitere Informationen sind auf der Homepage der KAB, www.kab-bamberg.de, zu finden. KAB-Vorstandsmitglied Heinz Hausmann, der vor vielen Jahren die Aktion "Brot statt Böller" im Landkreis Kronach ins Leben gerufen hat, bittet auch in diesem Jahr um tatkräftige Unterstützung. Er sagt: "Deutschland ist Weltmeister im Spenden, auch bei uns. Die Geldspenden werden direkt und schnellstmöglich nach Madagaskar weitergeleitet."

Es wird gebeten, die Spenden mit dem Vermerk "Brot statt Böller" auf das Konto der KAB Kronach bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach Konto: DE 55 7715 0000 0240 003 129 zu überweisen. eh