theresa schiffl Die Einnahmen und somit auch das Haushaltsvolumen der Gemeinden variieren teilweise sehr stark. Das hängt von verschiedenen Faktoren - wie Größe oder Infrastruktur - ab. Jetzt wird sich auch die aktuelle Corona-Krise in den Kassen spürbar machen.

Corona beeinflusst Haushalt

Das hat auch Röttenbachs Bürgermeister Ludwig Wahl (Freie Wähler) schon längst festgestellt. Die Gemeinde habe momentan keine Schulden und auch genügend Rücklagen für Investitionen. "Bei uns macht sich die recht gute Einkommensteuer bemerkbar. Die Gewerbesteuer macht zwar auch einen Teil aus, ist aber insgesamt nicht so maßgebend für den Haushalt", so Wahl. Grund für die positive Bilanz sei die stringente Ausgabenpolitik, auf die die Gemeinde viel Wert legt.

Wegen Corona wurde der Haushalt noch einmal neu überprüft und in einigen Punkten umgestaltet. "Wir planen mit 12,5 Prozent weniger Einkommensteuer. Das sind dann 485 000 Euro weniger in der Kasse. Bei der Gewerbesteuer werden es sogar 1,5 Millionen Euro sein," so Ludwig Wahl. Investitionen müssen dann ebenfalls entsprechend angepasst werden.

Helmut Lottes (CSU), Bürgermeister von Vestenbergsgreuth, weiß ebenfalls noch nicht, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf den Haushalt hat. "Unsere Unternehmen haben noch keine Signale gesendet, dass Gewerbesteuer-Zahlungen oder Vorauszahlungen gestundet oder reduziert werden sollten."

Eine kleinere Durststrecke könne die Gemeinde dennoch gut überstehen, da der Haushalt hinsichtlich Einnahmen und Ausgaben immer sehr bedacht gestaltet werde. Vorsichtig ist die Gemeinde dennoch bei den Einnahmen: "Wir setzen sie ohne Aufschläge an und bei den Ausgaben heißt das, dass wir auch solche und in ausreichendem Maße einplanen, auch wenn nicht sicher ist, ob sie überhaupt oder in der veranschlagten Höhe getätigt werden müssen", so Lottes. Die Liquidität der Gemeinde sei dennoch durch vorhandene Rücklagen gesichert.

In Lonnerstadt liegen die aktuellen Pro-Kopf-Schulden bei ungefähr 609 Euro - damit im Landesdurchschnitt, sagt Bürgermeister Stefan Himpel (Freie Wähler). Insgesamt ist Lonnerstadt aktuell im grün-gelben Bereich, sagt Himpel über die finanzielle Situation seiner Gemeinde.

Diese Pro-Kopf-Verschuldung werde sich jedoch verdoppeln. Die Umbau- und Ausbaumaßnahmen am Kindergarten seien vorgestreckt worden. Eine Investition, die zwar für die Infrastruktur und das Leben der Einwohner von größter Relevanz ist, die sich jedoch nie refinanzieren wird.

"Große Investitionen wie im Gewerbebereich zahlen sich irgendwann wieder aus", so Himpel. Weitere Pflichtaufgaben sind Finanzierungen für Schulen oder auch die Feuerwehr. Investitionen, die aber auch mit Fördergeldern unterstützt werden. Begrüßen würde der Lonnerstadter Bürgermeister eine Erhöhung der Fördermittel.

Bürokratieabbau würde helfen

Viel ist in Lonnerstadt nicht förderfähig und so werden effektiv nur etwa 50 Prozent der Kosten übernommen. Auch Bürokratieabbau bei der Antragstellung würde laut Himpel vieles erleichtern. Bei den Einnahmen sieht es in Lonnerstadt eher schlecht aus: "Ein bisschen Gewerbe-, Grund- und Hundesteuer. Die Einkommensteuer macht noch mal einen größeren Posten aus, aber das war's dann auch schon", sagt Himpel.