In Zeiten von Corona ist bekanntlich alles anders. Die Pandemie hält - fast folgerichtig - auch in Weihnachtskrippen Einzug, wie ein Blick etwa nach Königsfeld und Strullendorf verrät.

Auf dem Jura, genauer in Königsfeld, bekamen alle Figuren der Straßenkrippe, einschließlich des Verkündigungsengels, eine Corona-Maske verpasst. Eine Ausnahme machten die Krippenfreunde Königsfeld nur bei dem kleinen Jesuskind im Stroh. Die meisten Dorfbewohner und Gäste finden das auch so in Ordnung. "Wenn das Virus schon unser ganzes Leben über zwei Jahre bestimmt, dann können wir es auch in der Krippe zeigen. Die etwa zwölf weiteren Mitstreiter waren auch dieser Meinung", berichtet Edwin Stadter, der auch bei den Helfern engagierte Dorfwirt.

Die Königsfelder Straßenkrippe steht in der Ortsmitte neben der Aufseß am Jakobsberg, der Straße zur Kirche. Am Kirchweihmontag der Herbstkirchweih 1993 hatten Baldur Böhlein und Birgit Stadter, die Wirtin vom "Drei Kronen", die Idee, im Ort eine Krippe aufzustellen. Der Stall wurde in Eigenregie zusammengezimmert - das war nicht das große Problem für die Macher, schwieriger wurde es bei der Beschaffung der Figuren. Als die Krippenfreunde aber an die Türen der Königsfelder klopften und ihr Anliegen vorbrachten, war die Spendenbereitschaft des nur 550 Einwohner zählenden Dorfes so groß, dass sie in kurzer Zeit 17 000 D-Mark zusammenhatten. Über das Bamberger Geschäft Schauer wurden dann die Figuren bestellt und schon im nächsten Jahr prangte in Königsfeld zur Freude aller die Dorfkrippe mit etwa einen Meter großen, farbig bemalten und ausdrucksstarken Figuren. Daneben errichteten die Krippenfreunde noch einen prächtigen Christbaum.

Da im ersten Jahr ein Schäflein gestohlen wurde, hat man seitdem alle Figuren zur Sicherheit angeschraubt und über Nacht die Krippe geschlossen. Das Aufsperren macht Erna Schwarzmann und das Zusperren Edwin Stadter. Da er in der Wirtschaft in den vergangenen Jahren wegen der Gäste meist sowieso länger aufbleiben muss, ist es für ihn keine so große Belastung und ein würdiger Abschluss seines Arbeitstages. Die Königsfelder Straßenkrippe kann noch bis Ende Januar besichtigt werden.

Sternsinger Fehlanzeige

Coronabedingt zogen in diesem Jahr keine Sternsinger durch Strullendorf. Damit die Drei Könige und ihre Botschaft nicht vergessen werden, hat der heimatkundliche Verein Zeegenbachtal e.V. die Figuren der Weisen im Kulturbauernhof in der Schulgasse so aufgestellt, dass sie besonders von Familien mit Kindern bestaunt werden können. Ganz vorbildlich erinnern sie 2021 auch an das Maskengebot und die Abstandsregelungen. In diesem Jahr steht die Sternsinger-Aktion unter dem Motto "Kindern Halt geben - in der Ukraine und weltweit". Wer die Aktion unterstützen will, der kann das noch bis zum 2. Februar tun.

Es geht auch ohne Corona

Ganz ohne Corona kommt derweil die Straßenkrippe kurz vor dem Ortsausgang von Lohndorf in Richtung Tiefenellern aus. Seit 40 Jahren steht sie dort. Auch 2020 wurde sie wieder von Alexandra Gropp und Krippenfreunden aufgebaut. Unter einem Spitzdach wurde im Advent die Verkündigungsszene dargestellt, der mit Weihnachten die Geburt Christi folgt. Da der Raum keinen Platz auch noch für die sonst obligatorischen Ochs und Esel bietet, ist neben der Heiligen Familie nur noch ein Engel der Engelschar von Bethlehem zu sehen. Das tut der besinnlichen und einfachen bäuerlichen Darstellung des Heilsgeschehens aber keinen Abbruch.

Errichtet wurde die Krippe 1980 von Leonhard Reh und ist eine der ältesten Straßenkrippen im Landkreis Bamberg. Die Köpfe der ersten Figuren, die man fünf bis sechs Jahre verwendete, waren aus Gips. Als Körper nahm man alte Schaufensterpuppen. Erna Dratz aus Naisa nähte die Kleider dazu. Dann jedoch fuhr die Familie Reh ins "Gebirge" nahe Oberaudorf und ließ die Gesichter von einem Künstler aus Holz schnitzen und bemalen. So ist es auch hier wieder privater Initiative zu verdanken, dass Lohndorf eine so schöne Krippe hat. Leohards Sohn Ferdinand Reh führte dann mit einigen fleißigen Helfern die Tradition seines Vaters weiter. Nach seinem plötzlichen Tod 2014 sollte die Krippendarstellung zunächst ein Jahr entfallen. Durch die Initiative von Alexandra Gropp und Klara Rümpelein und unter Mithilfe von anderen Helfern gelang es jedoch, dass sie wieder aufgebaut wurde. So steht die abends beleuchtete Krippe auch zu Corona-Zeiten wieder an ihrem Platz, und der große Stern von Bethlehem über der Krippe macht schon von weitem die vorbeifahrenden Autos aufmerksam. Manche Fahrer legen extra einen Stopp dafür ein. job/asp