Ernteausfälle durch Dürre, Preissteigerungen für Gas und Diesel, Weizen und Lebensmittel: Der Hunger und die allgemeine Not im Eastern District der Meru Diözese, dem tansanischen Partnerdekanat des evangelisch-lutherischen Dekanats Michelau, sind groß.

Rund 850 Personen litten Hunger, schrieb Dekan Anathe Pallangyo im Juli an die Partnerschaftsbeauftragte Veronika Flierl (Burgkunstadt). Mit den bisher eingegangenen Spenden zur Bekämpfung des Hungers konnten vom Dekanat Michelau 55 Säcke Mais zu je 100 Kilogramm gesponsert werden, um in den vier am stärksten betroffenen Gemeinden die größte Not zu lindern. Nicht nur für Mais, auch für Bohnen und Speiseöl sind die Preise in die Höhe geschossen.

Und die Kinder leiden besonders: Fünf Schulen in diesen Gemeinden können sich laut Pallangyo das dort übliche Mittagessen für die Schüler und Schülerinnen nicht mehr leisten. Noch schickten die Eltern ihre Kinder in die Schule, um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Aber einige wüssten nicht, wie sie das Schulgeld aufbringen sollten.

Viele Familien haben kein Geld für das Schulmaterial ihrer Kinder. Und sind daher umso dankbarer für die Schulrucksack-Aktion der deutschen Partner.

Zwölfte derartige Aktion

Zum zwölften Mal wollen diese wieder alle rund 1500 Erstklässler – unabhängig von Geschlecht, Religion, Herkunft und Konfession – mit Schreibmaterial und dem vorgeschriebenen Essgeschirr für die Schulspeisung ausstatten. Wie seit 2020 werden die Ranzen und Materialien erneut direkt im Eastern District gekauft, um den örtlichen Handel zu unterstützen.

Damit laufen die Initiatoren allerdings Gefahr, dass die Aktion hierzulande aus dem Blick gerät. Anders als früher, als viele Schulen, aber auch Firmen und Einzelpersonen im Dekanat die lila Rucksäcke selber kaufen oder sogar packen konnten, wird von Gemünda bis Redwitz, von Tambach bis Zapfendorf um Spenden für den Kauf der lila Rucksäcke gebeten.

Eventuelle Überschüsse fließen in die Bildungsarbeit im Partnerdekanat. Der für die Partnerschaftsarbeit des Dekanats zuständige Pfarrer Kornelius Holmer (Zapfendorf) sagt: „Die Schulrucksäcke sind eine Form der Hilfe, die direkt ankommt!“

20 Euro kostet eine Schultasche in diesem Jahr. Wer die Aktion unterstützen möchte, kann das Geld auf das Konto des Evang.-Luth. Dekanats Michelau, IBAN: DE43 7835 0000 0000 1002 71 überweisen, Kennwort: Schulrucksack. bek